Klettern im Gebiet Scogliera di Solinella Centro (C2): Portella delle Vacche und Bunker

26. Dezember 2018

Hallo zusammen!

Am Tag der deutschen Einheit wollten wir wieder klettern. Laut Wettervorhersage sollte es an diesem Tag auch regnen, daher mussten wir uns beeilen. Wir fuhren wieder in das Gebiet C2 und starteten gleich bei Portella delle Vacche.

Die Routen waren wieder sehr kurz, aber spannend. Wir starteten mit “On a wet day” – wie passend – eine 5b. Diese ging ganz gut. Danach kamen zwei schwerere Routen: “The other last move”, eine 6a+ und “The last move”, eine 6b. Beide waren reicht kräftig, da sie aber recht kurz waren, hat das ganz gut geklappt. Diese konnte ich allerdings nur im Nachstieg klettern.

Danach liefen wir weiter zum Gebiet “Two Caves” von Bunker. Dort sind zwei Höhlen etwas erhöht, wo man über einen leichten Weg hochklettern kann und dann mehrere Routen findet, aber auch unten sind Routen und da starteten wir. Ich kletterte eine Genussroute 4c “Arthur”. Danach kletterten wir beide eine 5b, die Route Lenny. Das machte Spaß!

Ein Stückchen weiter ist die “Grotta della Palma”, die auch zum Bunker gehört. Dort lachte uns die Route “Ricotta Salata” an, eine schöne lange 6a+. Wären da bloß nicht die schwarzen Wolken gewesen, die wir schon auf uns zukommen sahen. Ich sicherte und es dauerte nicht lange, da fing es an zu regnen. Es reichte gerade noch für den Rest der Route und dafür das Material wieder mit nach unten zu nehmen. Dann verzogen wir uns in die “Grotta” und beobachteten: Der Regen wurde immer stärker. Grund genug unser “Pausenbrot” auszupacken.

Wir warteten noch eine Weile, dann hörte es mal kurz auf zu regnen. Bei den “Two Caves” überlegten wir kurz, ob wir die Routen da drin machen sollten. Aber allein das dort hochklettern wäre sehr rutschig gewesen. Also ging es zurück zum Auto. Und dann ging es auch schon wieder los und den restlichen Nachmittag regnete es. Wir nutzten die Zeit und schlenderten durch San Vito La Capo, suchten Postkarten und holten uns leckeres Eis 😉 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Von Eraclea Minoa entlang der Capo Bianco

25. Dezember 2018

Hallo zusammen!

Für unseren Pausentag war zumindest für den Vormittag schlechtes Wetter angesagt. Was also tun? Wir entschieden uns dafür, einen Wanderausflug im Süden der Insel zu machen und somit den Vormittag “anzureisen” und uns Zeit zu lassen 😉 . Es ging zur Feriensiedlung Eraclea Minoa, um an der Capo Bianco zu wandern.

Während der Fahrt regnete es tatsächlich und wir waren schon am Zweifeln, ob wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Am Strand zu wandern während es regnet? Das hatte doch was… und erinnerte sehr an Marbella. Aber wir hatten Glück, da es kurz bevor wir ankamen aufhörte zu regnen. Wir parkten nicht an der Strandbar Sabbia d’Oro wie vom Wanderführer empfohlen, sondern an der Ausgrabungsstätte. Hier konnten wir schon auf die Capo Bianco hinunter sehen und freuten uns jetzt auf die Wanderung. Noch war alles nass, es wurde aber immer schöner.

Los ging es oben entlang immer wieder mit Blicken hinab zum Strand. Wir machten dort auch gleich eine kurze Pause, da es schon mittags war. Wir liefen einen Kieselweg entlang, bis wir an die Stelle kamen, an der wir zum Strand hinab laufen konnten. Das war bei der Einmündung des Meeres Platáni. Alles war schlammig und nass, an unseren Füßen klebte der halbe Weg, aber wir waren nun am Strand angekommen.

Und da waren wir ganz alleine. Wir liefen an einem Schild vorbei mit “baden verboten” und direkt auf die Kreidefelsen zu. Diese waren schon sehr beeindruckend. Der Strand aber entwickelte sich mehr und mehr in eine Müllhalde. Denn neben Algen fanden wir Autoreifen, riesige verrostete Behälter, jede Menge Plastikflaschen und sonstige Dinge aus Plastik und stinkende tote Fische.

Dazwischen tummelten sich eine ganze Menge Krebse. Die waren ganz schön schnell unterwegs und wie ich sie so laufen sah, wurde mir auch klar, warum sie so eng verwandt zu Spinnen sind. So viele Krebse auf einem Haufen hatte ich aber noch nie gesehen.

Wir erreichten nun die Stelle, an der es am Meer die Küste entlanggehen sollte. Wir mussten durch Wasser um eine Felsnase rum und dann an den Felsen entlang. Im Wanderführer ist das mit zwei Sätzen erledigt, bei uns war das aber nicht ganz so einfach, da das Meer an vielen Stellen bis zu den Felsen ging. Wir zogen also unsere Schuhe aus und kämpften uns an den Kreidefelsen entlang – immer sehr vorsichtig, da der Müll auch scharf war.

Es war lehmig und rutschig und die Wellen kamen teilweise so an, dass wir bis zur Hüfte nass wurden. Das war hier wirklich alles andere als gut zu wandern, warum also wurde das als blaue einfache Wanderung im Wanderführer bezeichnet? Nach einer Weile erreichten wir herabgestürzte Kreidefelsen, was unseren Weg nicht leichter machte.

Das Problem war auch, dass wir so genau aufpassen mussten, wo wir hintreten. Plastik, Metall, Glas, tote Tiere – es war alles dabei in allen Größen. Und dazu kam der Verwesungsgeruch. Das einzig schöne war das Variantenreichtum der Kreidefelsen – das war wirklich toll. Es wurde aber getrübt, durch den anstrengenden Weg entlang der Küste.

Nachdem wir die Umrundung schon fast geschafft hatten und uns Eraclea Minoa näherten kam ein Schild: Betreten und Aufenthalt verboten – in die entgegengesetzte Richtung, also aus der wir kamen. Wegen Steinschlaggefahr. Ach… Warum das Schild von der anderen Seite fehlte, war uns nicht klar, dass wir hier aber einen super gefährlichen Weg hinter uns hatten, spätestens jetzt.

Wir waren sehr froh, als wir endlich wieder mit Schuhen weiterlaufen konnten und endlich wieder etwas Boden unter den Füßen und Küste neben uns hatten. Nun konnte uns kein Fels mehr treffen und auch der Müll wurde weniger. Wir erreichten das Feriendorf Eraclea Minoa, das nun im Oktober einer Geisterstadt ähnelte – das war etwas unheimlich. Kaum ein Mensch, bellende Hunde und viele leerstehende Gebäude. Immer wieder war der Weg versperrt. Wir mussten eine ganze Weile suchen, bis wir einen Weg fanden, der nicht durch einen Zaun versperrt war und uns wieder zurück nach oben zur Ausgrabungsstätte und damit zum Parkplatz laufen lies.

Am Auto angekommen waren wir ganz froh. Geplant war eine Entspannungstour, kurz und schön – rausgekommen war eine Adrenalintour, länger als gedacht und mit unschönen Überraschungen. Die Capo Bianco ist eigentlich sehr schön – mit dem Müll und dem gefährlichen Weg wurde es für uns aber zu einer Abenteuertour, nach der wir uns nichts mehr wünschten als eine Dusche…

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Klettern im Gebiet Scogliera di Solinella Centro (C2): Portella delle Vacche und Castello

22. Dezember 2018

Hallo zusammen!

Am 01. Oktober wechselten wir das Klettergebiet, das ein Stück weiter in Richtung unserer Unterkunft liegt. Also nicht direkt San Vito Lo Capo, sondern mehr Richtung Macari. Wir hatten damit einen noch kürzeren Anfahrtsweg. Vom Parkplatz aus waren wir direkt am ersten Fels Portella delle Vacche.

Wieder nah am Meer mit perfekter Aussicht kann man auch in diesem Gebiet wunderschön klettern. Der Tag begann recht windig und auch mit mehr Kletterern, als wir die letzten Tage gesehen hatten. Mit der Zeit wurde es aber wieder ruhiger. Es ging los mit einer gemütlichen 4a, der “Close to home” und laut Kletterführer sogar eine Empfehlung. Die Routen bei “Portella delle Vacche” sind recht kurz, daher war die Route auch schnell vorbei. Danach kletterten wir “Car Wreck”, eine 6a.

Wir liefen ein Stück weiter in Richtung Meer und wollten beim nächsten Sektor weiterklettern. Dabei entdeckten wir einige Routen, die in unserem Kletterführer nicht eingezeichnet waren. Da kam ein Kletterer vorbei, der meinte, er habe einen Teil davon geschraubt und hat uns aufgeklärt, welche Routen da vor uns sind. Zuerst kletterten wir eine Route neben “It’s Coffee Time”, nach unserer Erinnerung eine 6a+. Der Fels war sehr rau, so oft wurde hier noch nicht geklettert. Danach sicherte ich “It’s Coffee Time”. Wir wussten es nicht mehr genau, aber das war wohl eine 6b oder 6c. Entsprechend kletterte ich die Route nicht.

Danach liefen wir weiter zum Castello. Dabei handelt es sich um eine eingemauerte Höhle mit Kletterrouten außenrum. Wir kletterten die Routen links davon, die im Kletterführer alle als Empfehlung stehen. Zuerst kam “Più Facile”, eine 5a. Laut Kletterführer unglaublich schön, laut mir eher mäßig. Ich kletterte im Vorstieg und fand die Route mehr anstrengend als schön. Danach folgte “Il Naso” eine 6a+/7b. Die war ganz schön schwer, aber tatsächlich eine schöne Route.

Als letzte Route folgte “Colpo di Vento”, eine 5c. Eigentlich auch eine schöne Route, aber ich war nun schon fertig. Meine Finger und Füße schmerzten und ich war ganz froh, dass das die letzte Route war und ein Pausentag bevorstand. Aber auch das Gebiet C2 hatte noch einiges zu bieten, das wir probieren wollten.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Klettern im Gebiet Cala Mancina (C1): Campo Base Fakirella Beach

21. Dezember 2018

Hallöchen zusammen!

Nach unserer Wanderung auf den Monta Cófano ging es am Tag darauf wieder zum Klettern. Im Gebiet C1 waren wir noch nicht fertig, da waren noch ein paar schöne Routen, die wir machen wollten. An diesem Tag wählten wir Campo Base Fakirella Beach und machten einen Abstecher zu Parco Giochi, wo wir uns eine ganz besondere Route ausgesucht hatten.

Auch bei Fakirella Beach waren wir bei einer kleinen Höhle. Wir starteten zuerst links davon mit ein paar leichteren Routen. Zuerst kletterten wir die Route Maria, eine 5b. Das war ein guter Einstieg, allerdings schon fordernd. Als nächstes kam die Route direkt daneben, Elisa eine 5c und von unserem Kletterführer empfohlen. In der Mitte befindet sich eine kleine Höhle, was die Route interessant macht. Auch die fand ich aber recht fordernd. Am schönsten war für mich die dritte Route, Chiara O., eine 5c.

Direkt daneben war eine Route, die denselben Endhaken hatte wie Chiara O. Ich sicherte für Ragnetta, eine 6b, kletterte sie aber nicht selber, da es eine recht kräftige Route ist. Danach kletterten wir wieder eine vom Kletterführer empfohlene und recht lange Route: Nini, eine 5c und wirklich sehr schön zu kletternde Route.

Nun brauchten wir aber unsere Pause und machten diese gemütlich im Schatten der Höhle. Danach liefen wir zu Parco Giochi zu der Route, wegen der wir an diesem Tag eigentlich gekommen waren: Ypsilon. Eine wunderschöne technische 6a entlang eines Risses. Eine Route wie aus dem Bilderbuch, uns machte das großen Spaß. Hier musste ich etwas überlegen, wie das am besten zu klettern war, die Züge waren richtig schön. Hier verbrachten wir eine ganze Weile, bis wir wieder zurück nach Fakirella Beach gingen.

Danach kletterten wir noch zwei Abschlussrouten: Calze Nere, eine 6a+ entlang einer schwarzen Linie. Die gefiel mir sehr gut. “No drill no party”, eine 5b und angeblich sehr schöne Verschneidungsroute, fanden wir beide nicht schön. Damit war auch klar, dass der Kopf für diesen Tag gesättigt war. Nun wollten wir noch einen kurzen Abstecher ins Meer machen und wechselten daher zu Badeklamotten. An der Bucht angekommen, war das Meer aber leider voller Quallen, so dass wir den Klettertag nicht ganz wie geplant abschließen konnten.

Damit ging wieder ein erfolgreicher schöner Klettertag zu Ende und wir freuten uns schon auf den nächsten Tag, da wollten wir ein neues Gebiet erkunden!

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Von Casteluzzo auf den Monte Cófano (659m)

24. November 2018

Hallo zusammen!

Nach zwei Tagen klettern war wieder ein “Pausentag” an der Reihe. Wir entschieden uns für die Wanderung auf den 659 Meter hohen Monte Cófano. Von der Dachterrasse konnten wir ihn jeden Tag beim Frühstück sehen, das machte natürlich neugierig. Die Wanderung hat zudem einen Abschnitt mit leichter Kletterei und ist dementsprechend schwarz gekennzeichnet im Wanderführer, also genau das Richtige.

Der Start ist eigentlich in Casteluzzo, als wir auf die angegebene Straße vor dem Ort einbogen, mussten wir das Auto aber schon deutlich früher abstellen. Das verlängerte die Wanderung etwa eineinhalb Stunden. Nachdem es richtig heiß war und der komplette Weg in der Sonne, machte es das doch sehr anstrengend. Als wir allerdings am “Eingang” des Naturparks Cófano ankamen, stellte sich heraus, dass wir die Umrundung nicht machen können. Auch das war geplant, wegen Steinschlaggefahr aber verboten. Damit war die Wanderung wieder so lange wie geplant. Eintritt mussten wir nun nicht zahlen, auf den Gipfel konnten wir trotzdem wandern.

Dann ging es über felsigen Weg nach oben. Auch die restliche Wanderung war fast ausschließlich in der Sonne. In den wenigen Schattenmomenten machten wir Pause und auch zwischendrin wurde unser Wasservorrat immer weniger. Dafür war es aber wunderschön. Wir hatten schon sehr bald Meerblick und das dann die gesamte Wanderung über.

Die Farben waren traumhaft, das Meer so blau, dass es nicht blauer sein kann und somit sogar blauer als der Himmel – und der gab sich an diesem Tag auch ganz schön Mühe. So heiß es auch war, für den Ausblick war das Wetter perfekt.

Nach einer Weile kamen wir auf ein Plateau und sahen schon den Rest des Berges, der deutlich felsiger war. Ab da war der Weg nicht mehr ein gemütlicher Pfad, sondern die leichte Kletterei begann. Auch die Orientierung fiel somit schwerer, da wir uns an rote Punkte und Steinmännchen halten mussten. Das ging beim Aufstieg aber ganz gut.

Nachdem wir die Strickleiter nach oben geklettert waren, wurde der Weg wieder einfacher, die Orientierung blieb aber fordernd. Wir dachten, dass wir den Gipfel nun schon fast erreicht hätten, der Schlussteil zog sich dann aber doch noch.

Zum Durst gesellte sich nun auch der Hunger und wir freuten uns auf den Gipfel. Zudem war jetzt schon klar, dass der Ausblick fantastisch sein musste. Und als wir dann das kleine Gipfelkreuz erreichten wurden wir auch nicht enttäuscht.

Wir hatten einen traumhaften Rundumblick, Meer so weit das Auge reicht, wir erkannten unser Klettergebiet, sahen Nachbargemeinden zu unserer, sahen Marmorsteinbrüche, die für die Gegend ganz typisch sind und auf Nachbarhügel.

Der Monte Cófano steht sehr exponiert da, dementsprechend schön ist der Ausblick und wird auf keiner Seite von einem anderen Hügel “gestört”. Wir packten unsere Brotzeit aus und genossen es.

Nach einer Weile kamen noch drei Italiener dazu. Viele waren nicht auf der Wanderung unterwegs, vor allem das letzte Stück, ab dem man ein bisschen klettern muss, lassen viele aus. Auch weil nicht gleich klar ist, wo der Weg weitergeht. Wir packten nun unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Rückweg.

Dieser ist derselbe wie der Weg zum Gipfel, allerdings mussten wir auch hier sehr auf die Markierungen aufpassen. Einmal verloren wir den Pfad und wären fast falsch abgestiegen. Dann fanden wir die Strickleiter aber doch wieder und von da war der Weg zwar schwerer aber auch klarer. Nach der Kletterei ist es dann einfach und wir folgten dem Pfad zurück, den wir auch gekommen waren.

Unten angekommen mussten wir noch den langen Hatscher an der Küste entlang zurück zum Parkplatz machen. Mit uns waren auch einige Schafe unterwegs. Das erinnerte uns an das Bild mit den Kühen am Strand 😉 . Zurück am Auto freuten wir uns auf unser dort deponiertes Notfallwasser. Die Sonne hatte uns doch ganz schön zu schaffen gemacht. Dafür war es aber eine wirklich wunderschöne empfehlenswerte Wanderung!

Liebe Grüße,
Sabine 🙂