Radlliebe

11. Mai 2012

Hallöchen zusammen,

das Wochenende ist verplant, die Tage voll und dennoch habe ich heute Abend mein Radl aus der Werkstatt geholt. Vollbepackt bin ich vom Bahnhof zum Geschäft gehetzt, um noch rechtzeitig vor Ladenschluss anzukommen und da stand es – mein Fahrrad mit neuem Reifen, frischem Bremsgummi und wieder bereit für große Touren. Wie anstrengend es auch war, mit der großen Tasche heimzufahren, das Gefühl wieder auf meinem Heimatradl zu sitzen war unvergleichlich. Und da das natürlich nicht genug war und nun die letzte Gelegenheit war, bin ich nach dem Abendessen gleich nochmal auf’s Radl und habe die Gegend genossen. Glück, Freude, Genuss, Erfüllung, Ehrfurcht und Liebe waren wieder da, meine ganz persönliche Verbindung zum Radl und Radl fahren. Erinnert sich noch jemand an das wunderschöne Zitat von Robert Penn?
Ja, da war es wieder :-) .

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Cachen und Bouldern in Freising

01. Mai 2012

Hallöchen :-) !

Gestern war Brückentag und viele nutzen das und nehmen sich den Tag frei. Anders war’s bei uns – trotz Brückentag waren relativ viele zum Arbeiten da. Eine Freundin und ich entschieden uns aber dafür, den Tag etwas entspannter zu machen und planten schon am Nachmittag eine kleine Cachingtour und machten uns dann gegen halb fünf auf den Weg.

Der erste Cache war ein Multi auf dem Campus. “Wer nicht geschunden wird, wird nicht erzogen” heißt laut Cache die Inschrift auf obigen Bild und dort ging die Tour los. Wir suchten Zahlen und zählten farbige Glasscheiben. Beides war nicht ganz so leicht, wie es schien, als wir aber verstanden hatten, wie die Anweisung gemeint war, klappte es ganz gut.

Weiter ging’s und wir mussten das Baujahr des oben abgebildeten Instruments finden. Das verlief überraschend einfach und damit hatten wir auch schon die Finalkoordinaten.

Wie man das für eine Regular Box erwartet, fanden wir die auffällige Stelle recht schnell: Ein Steinhaufen unter dem sich die Dose versteckt :-) . Der nächste Cache war ein Mystery, bei dem wir uns aber verrechnet hatten. Wir suchten eine Weile, fanden den Cacheort aber nicht. Also ging’s noch zum dritten Cache, auch ein Mystery, für den wir mit den Fibonacci-Zahlen rechnen mussten.

Dafür fanden wir dann eine Wachstumsspirale dargestellt durch Baumstämme, wie in obigem Bild zu erkennen. Wir lösten noch eine kleine Aufgabe und hatten den Cache dann auch schnell gefunden. Die Wachstumsabschnitte der Spirale sind durch Elemente der Fibonacci-Folge wiedergegeben und sollen zeigen, dass sich diese Zahlenfolge überall in der Natur wiederfindet.

Nach dem schönen Spaziergang über den sehr weitläufigen Campus wollten wir noch in die Freisinger Kletterhalle. Die Woche zuvor war das wöchentliche Freisingbouldern ausgefallen, daher mussten wir nun unbedingt wieder hin. Und das klappte auch ganz gut. Eine Route, an der wir das letzte Mal getüftelt hatten, hatte dieses Mal geklappt, bei einer anderen kamen wir zumindest ein bisschen weiter und die Problemrouten für das nächste Mal stehen auch schon fest :-) .

Das war ein sehr schöner Abend und Ausklang des Brückentags, den wir trotz Arbeit gut genutzt haben :-) . Und noch am selben Abend schrieb mir meine Freundin, dass sie unseren Rechenfehler bei dem Mystery Cache gefunden hat – wir wissen also, was wir als nächstes in Freising tun werden ;-)

Liebe Grüße,
Sabine :-)

U-Bahncaching

01. Mai 2012

Hallöchen!

Nachdem dieses Wochenende sonnig und heiß war, endete das zuvor regnerisch. Also brauchten wir einen Plan, wie wir unterwegs sein konnten und trotzdem nicht zu nass wurden: U-Bahn-Caches.

Seit einiger Zeit befindet sich an jeder U-Bahn-Haltestelle ein Cache und da wir die meisten Stationen nur unterirdisch kennen, war das eine schöne Gelegenheit das zu ändern. Unsere Cache-Linien waren U4 und U5.

Los ging’s in Neuperlach Zentrum. Dieser versteckte sich beim Treppenaufgang nach draußen. Wir mussten eine ganze Weile suchen und überlegen, bis uns schließlich die richtige Idee kam und wir die relativ große Box dann doch in der Hand hielten. An der There-Giehse-Allee suchten wir leider ohne Erfolg, da müssen wir aber auf jeden Fall nochmal hin. Der Hint wirkte so eindeutig, der Cache versteckt sich aber offensichtlich woanders. Und so ging’s weiter nach Neuperlach Süd, zur Quiddestraße, zum Michaelibad, Innsbrucker Ring, Ostbahnhof und Max-Weber-Platz. Von da aus wechselten wir in die U4. Hier waren wir noch nie unterwegs – auch nicht unterirdisch – und waren dementsprechend gespannt, wo uns die U4 hinbringen würde. Die Stationen waren Prinzregentenplatz, Böhmerwaldplatz, Richard-Strauss-Straße und Arabellapark, wo wir auch erfolgreich Caches loggten – zum Beispiel den mit Hint Schneeflocke ;-) .

Dann fuhren wir zurück auf die gemeinsame Strecke von U4 und U5 und holten die Caches bei Lehel und Odeonsplatz. Da Stachus und Hauptbahnhof Mystery-Caches sind, kam als nächstes die Theresienwiese. Und so auffällig wie dort (Bild unten), habe ich noch nie einen Cache gesehen, da muss man gar nicht suchen. Passend war gerade das Frühlingsfest und wir konnten uns mit einer Volksfestbreze stärken und an den verschiedenen Ständen vorbeischlendern.

Weiter ging’s Schwanthalerhöhe. Mittlerweile regnete es nicht nur, es schüttete wie aus Eimern. Als wir dann Heimeranplatz zu suchen anfingen, ging das gar nicht mehr ohne nass zu werden – trotz Regenschirm. Wir brachen die Suche dann ab und setzten uns wieder in die U5 – in die andere Richtung. Die letzten Caches der U5 fehlen uns nun zwar noch, aber es gibt sicher mal wieder Tage mit schlechtem Wetter, die man auch irgendwie ausnutzen will ;-) .

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Cachen im Schlosspark Nymphenburg

27. April 2012

Hallöchen!

Letztes Wochenende war am Samstag überraschend schönes Wetter. Es war zwar zumindest trocken angesagt, aber mit so strahlendem Sonnenschein hatten wir nicht gerechnet. Umso toller, als er dann da war :-) .

Aber was macht man, wenn man bei schönem Wetter in München sitzt? Wir wollten cachen, wir wollten ins Grüne, wir wollten nicht zu weit weg, also ging’s zum Schloss Nymphenburg.

Bei Sonnenschein ist das Schloss schon ein schöner Anblick. Dazu die weißen Wolken, die sich an diesem Tag besonders gut ins Bild fügten. Wir waren aber nicht wegen dem Schloss hier, sondern wegen dessen Park und den vielen Caches, die dort versteckt sind.

Multi: Schloß Nymphenburg – Historisches Pumpwerk

Der erste Cache war ein kleiner Multi, für den man Fragen zum Pumpwerk für die Wasserfontäne im Schlosspark beantworten musste. Das war nicht sehr schwer und wir machten uns auf den Weg zu den Finalkoordinaten. Blöd, dass genau dort zwei Leute auf der Bank saßen. Also drehten wir eine etwas größere Runde, bis die zwei weg waren und konnten dann endlich suchen und finden.

Multi: XX. Olympische Spiele 10. Dressurreiten

Weiter ging’s mit dem nächsten Multi. Hierfür mussten wir an mehreren Stationen kleine Aufkleber mit den Koordinaten für die nächste Station finden. Als wir an der zweiten Station gerade die Koordinaten eintippten, fielen uns zwei auf, die auch auffällig unauffällig am Treppengeländer des Schlosses rumsuchten. Und da mussten wir sie natürlich ansprechen. Als wir uns dann bei der nächsten Station wieder trafen, entschieden wir uns dafür, den Cache zusammen fertig zu machen und plauderten währenddessen über unser Hobby. Es ist immer schön, neue Leute kennenzulernen, die genauso verrückt sind wie man selbst ;-) . Zum Schluss gaben sie uns noch ein paar Empfehlungen und erwähnten, dass auch sie einen Cache hier versteckt hätten – und genau der war die nächste Station :-) .

Traditional: Kleines Gebirge

Wir spazierten zum “Kleinen Gebirge”, das wirklich sehr klein ist ;-) , und suchten nach dem Cache. Der entpuppte sich als ein vergrabener Blumentopf mit Deckel und Logbuch und Co. als Füllung.

Traditional: World of Geocraft #2 – Das Verlies

Nun wollten wir eigentlich einen kleinen Klettercache machen. Problem war nur, dass wir ewig an der Parkmauer entlang spazierten und einfach kein Ausgang auf dem Weg lag. Irgendwann wäre der Cache direkt neben uns gewesen, aber da wir so auch nicht über die Mauer klettern konnten, mussten wir ihn liegen lassen. Als wir nach weiterem Spazieren endlich einen Ausgang fanden, waren wir auch schon beim nächsten Cache: Geocraft. Wir suchten und suchten nach einer Klappe und waren sehr verwirrt. Wo sollten wir so was denn finden? Bis ich auf eine sehr auffällig angeordnete Ästemenge stieß. Ich schaute sie genauer an und tatsächlich verbarg sich darunter eine Klappe und damit auch der Cache :-) .

Als nächstes spazierten wir wieder zurück in richtung Schloss und suchten uns ein schönes Plätzchen um Mittagspause zu machen. Dabei konnten wir die Wärme genießen und das Treiben beobachten. Ein paar Enten waren auch unterwegs und natürlich neugierig, was wir hier so treiben.

Traditional: Tuff

Nach der verdienten Pause und wieder gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum nächsten Cache. Wir kamen an eine schöne Stelle an einem See und suchten an den Felsen. Wir waren verwundert, dass wir den Cache nicht sofort in der Hand hatten. Es war eigentlich eindeutig. Aber wer rechnet auch damit, dass der Cache in einem der lose rumliegenden Felsen versteckt ist. Gefunden haben wir ihn zum Glück trotzdem :-) .

Multi: Badenburger See

Und dann kam nochmal ein längerer Multi-Cache. Wir gingen über viele Stationen, viel davon besuchten wir schon zum zweiten Mal, notierten verschiedene Daten, sahen das “Dörfchen” (linkes Bild), in dem früher die Bediensteten gelebt hatten und kamen an wirklich schönen Stellen vorbei. Und zum Schluss natürlich auch beim Versteck des Caches :-) .

Multi: Königliche Park-Plätze

Eigentlich hatten wir parallel dazu auch den Multi “Königliche Park-Plätze” begonnen. Als wir aber dafür wieder am Schloss waren und feststellten, dass und die nächsten Fragen wieder auf die andere Seite führen würden, ließen wir das dann doch sein und werden den Multi ein ander Mal fertig machen. Dasselbe war mit “Another Brick in the Wall” – als wir an die Stelle kamen, stellte sich wieder heraus, dass wir auf der falschen Seite der Wall waren.

Traditional: [NANO] DIE INSEL

Auf dem Rückweg zur Tram versteckte sich aber noch ein kleiner Nano an einem denkmalgeschützten Gebäude, das mitten auf der Straße auf einer Insel steht. Schnell gesucht, gefunden, geloggt und wieder versteckt :-) .

Ein wunderschöner Nachmittag war damit auch schon wieder vorbei und Schloss Nymphenburg kennen wir nun wirklich von allen Seiten – aber, wir kommen wieder ;-) .

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Einführungswoche: Wanderung zum Falkenstein

22. April 2012

Samstag, 15. April

Als ich an diesem Morgen wach wurde und das schöne Wetter sah, kam schon das erste Lächeln auf meine Lippen. Die Wettervorhersage hatte sich getäuscht, es war schön sonnig, weiß-blauer Himmel, ideal für die Wanderung zum Großen Falkenstein :-) . Aber bevor es damit losging, gab es noch das letzte Frühstück für die meisten von uns und nachdem sich alle nach und nach verabschiedet hatten, saßen wir übrig gebliebenen im Gemeinschaftsraum und warteten auf unseren Bergführer.

Thomas kam auch pünktlich zur Tür herein und erklärte uns, wie der Tag ablaufen würde. Da auf dem Gipfel noch Schnee lag, packten wir auch Schneeschuhe ein und machten uns dann auf den Weg. Das Schöne an einer Wanderung mit Bergführer ist, dass er einen auf so viele Dinge aufmerksam machen kann, an denen man so nur vorbeilaufen würde.

Am Anfang wanderten wir wieder durch den Urwald und entdeckten dort wieder einen Urwaldpilz, also einen der Sorte, die den Urwald charakterisieren und in diesem Fall einer, den es deutschlandweit nur im Bayerischen Wald gibt. Am Donnerstag hatten wir schon die Zitronengelbe Tramete gesehen, an diesem Tag war es der Duftende Feuerschwamm. Thomas ließ uns alle daran riechen und jeder war überrascht, welch ein guter Rosenduft von dem unscheinbaren Pilz ausgeht.

Der nächste Halt war bei einem umgestürzten Baum. Riesig war dieser und bei genauerem Hinsehen sah man auch, dass er innen hohl war. Und dort war so viel Platz, dass sich abwechselnd einer nach dem anderen reinstellen konnte.

Das wirklich Faszinierende aber waren die wunderschönen Muster, die durch die Verrottung entstanden sind. Da hat sich die Natur als Künstler versucht und das voller Erfolg.

Als wir tiefer im Wald und damit höher am Berg waren, kamen die Höllbachfälle bzw. das Höllbachgspreng. Der Weg war durch die vielen nassen Felsen schon etwas schwerer zu gehen, aber das machte das ganze nur spannender. Und der Wasserfall war dabei der Höhepunkt. Spätestens jetzt holten auch die letzten Leute, die eine Kamera dabei hatten, diese raus und machten ein paar Fotopausen.

So spaltete sich unsere Gruppe in drei Teile auf: Der vorderste Teil waren die Leute ohne Kamera, der Teil mittlere die, die fotografierten und der letzte Teil, die, die fotografierten und etwas langsamer waren. Als wir dann bei der Brücke des Wasserfalls waren hatte sich aber eine neue Aufteilung ergeben: Die vordersten Gruppe war gleich geblieben, die mittlere bestand nur noch aus mir und einem anderen Mädchen und der Rest war die dritte Gruppe und lag ein Stückchen hinter uns. Uns störte das weniger, wir wussten ja, was das Ziel sein sollte.

Also wanderten wir weiter und kamen nun in die schneeigen Regionen. Dadurch war es gleich viel anstrengender, dafür wurde die Aussicht aber mit jedem Meter besser. Nach einer Weile kamen wir beim Kleinen Falkenstein an, dort musste man nur noch ein paar Felsen hochklettern um die zugehörige Aussicht zu genießen. Wir trafen dort zwei Wanderer, die die ganze Zeit schon vor uns gewesen waren, auch als wir noch eine ganze Gruppe waren. Sie fragten uns nach dem weiteren Weg, wir konnten aber auch nur auf die Schilder verweisen. Als sie zu uns dann aber meinten, dass wir die ersten unserer Gruppe seien, die sie sehen, waren wir verwirrt. Wo sind die, die vor uns waren? Während die beiden weitergingen, warteten wir erst eine Weile und drehten dann nochmal um. Vom hinteren Teil der Gruppe war aber weit und breit nichts zu sehen. Irgendwann entschieden wir uns dafür, zurück zum Kleinen Falkenstein zu gehen.

Dort kletterte ich den durch den Schnee etwas rutschigen Weg vorsichtig hoch, die Aussicht musste ich einfach sehen. Meine Freundin wartete unten und nachdem ich den Blick auf die Berge des Bayerischen Walds genossen hatte und wieder unten ankam, war noch immer niemand da. Also beschlossen wir weiter zum Großen Falkenstein zu wandern. Spätestens da mussten ja alle ankommen.

Nachdem der Schnee immer mehr wurde, probierten wir auch die Schneeschuhe aus. Und das war wirklich eine gute Idee. Damit fiel das Laufen gleich viel leichter und noch dazu machte es großen Spaß. Auf unserem Weg kam uns auch ein Wanderer vom Gipfel entgegen, aber auch der hatte niemanden gesehen. Wir liefen also weiter durch den Schnee und kamen nach einer Weile am Gipfel an.

Niemand war hier, wir ließen die Schneeschuhe im Schnee und gingen zum Gipfelkreuz. Die Aussicht war toll! Es war zwar etwas diesig, aber der Blick war trotzdem traumhaft.

Angekommen am Ziel beschlossen wir, dass wir jetzt hier bleiben würden, bis jemand anderes kommen würde. Wir nutzten die ruhige Zeit, als wir noch zu zweit waren, zum Fotos machen und begannen dann mit unserer Brotzeit. Nach einer knappen halben Stunde hörten wir dann Stimmen und als wir uns umdrehten, sahen wir den sehr erleichterten Thomas und den kompletten Rest der Gruppe.

Die vorderste Gruppe war falsch abgebogen, hatte die Umleitung übersehen, als sie das bemerkt hatten (allein beim Blick auf den “normalen” Weg hatte man schon umgestürzte Bäume gesehen, als wir dort vorbeigewandert waren), sind sie wieder zurückgelaufen und dann auf die anderen gestoßen. Bei einer kleinen Pause ist ihnen dann aufgefallen, dass zwei Leute fehlten. Das waren wir ;-) . Zum Glück gibt’s aber nur einen Gipfel des Großen Falkensteins im Bayerischen Wald und so hatten wir wieder zueinander gefunden und wir hatten alles richtig gemacht. Nach einer ausgiebigen Pause liefen wir wieder los und machten uns auf den Heimweg.

Dabei kamen wir durch “toten” Wald. Hier war viel durch den Borkenkäfer zerstört worden und da hier auch dagegen angekämpft werden musste, waren nur noch Reste der Bäume da. Das Holz durfte im Nationalpark liegen gelassen werden, auch wenn viele das nicht verstehen konnten, schließlich wäre der Rohstoff wertvoll. Aber die Biomasse hilft, um dem Ziel eines Urwalds und unberührter Natur wenigstens etwas näher zu kommen.

Wir wanderten eine ganze Weile durch Schnee und “toten” Wald und kamen dann zu einer lichten Stelle, den Ruckowitzschachten. Dabei handelt es sich um ehemalige Weideflächen. Thomas erklärte uns, dass der Name von “Ruckawies” kommt, dem “Bergrücken”. Man überlegt auch, hier wieder Kühe zum Weiden hochzutreiben, was vielleicht schon bald passieren wird.

Nach diesem letzten Stopp wanderten wir noch etwa eine Stunde zurück ins Wildniscamp. Dort räumten wir die Schneeschuhe auf und waren glücklich, dass das Wetter trotz schlechter Vorhersage so gut war. Es war eine sehr gelungene Abschlusswanderung. Und dann ging’s auch schon wieder nach Hause.

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Einführungswoche: Öffentlichkeitsarbeit

19. April 2012

Freitag, 13. April

Die Vögel zwitscherten wieder ein wunderschönes Konzert, trotzdem schlief ich an diesem Morgen etwas länger. Vor dem Frühstück hatte ich aber trotzdem noch etwas Zeit und streifte durch die Gegend und genoss die Natur. Dieser war der einzige Tag, an dem wir nicht draußen waren, sondern hauptsächlich drinnen. Tags zuvor waren wir in der Wildnis, das sollten wir nun verarbeiten. Thema war Öffentlichkeitsarbeit.

Öffentlichkeitsarbeit

Zuerst gab es einen Vortrag von einem Redakteur der Passauer Neuen Presse. Er erklärte, worauf es bei Artikeln ankommt, auf was man achten sollte und erwähnte auch einige allgemeine Dinge zum Journalismus. Das sollte uns für die anstehende Gruppenarbeit helfen, auch wenn manche seiner Vorschläge bei einem Großteil nicht ganz so gut ankamen.
Nun wurden wir wieder in die Gruppen vom Vortag aufgeteilt. Unsere Wildnisgruppe wurde von einer weiteren Redakteurin der PNP betreut, die beiden anderen vom selben Redakteur, der auch den Vortrag gehalten hatte. Aufgabe war es nun mithilfe verschiedener Medien das Thema vom Vortag aufzugreifen und zu verarbeiten. Wir teilten uns intern wieder in drei Gruppen und entwickelten einen Zeitungsartikel, ein Video und einen Flyer. Bei letzterem war ich mit dabei.
Wir hatten nicht allzu viel Zeit, kamen aber ganz gut voran. Wir entwarfen einen Flyer zu einer Dämmerungswanderung mit der Hauptzielgruppe Familien mit Kindern. Das Außergewöhnliche an dem Flyer war, dass die Eltern ihn nach dem Lesen den Kindern geben können und der Flyer zusätzlich ein Faltspiel ist. Wir überlegten uns ein Design, schmiedeten am Text und rätselten, welche Tages- und Nachtbilder wir für das Faltspiel verwenden. Zwischendurch gab’s Mittagessen, danach hatten wir noch eine Stunde Zeit, die wir auch noch gut ausnutzten. Und schließlich war der Flyer fertig.
Nun präsentierten alle Gruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit. Wir sahen das Video, das zwei Jugendliche in die Wildnis führte, wir hörten den Zeitungsartikel, der von der Wildnis berichtete, wir sahen weitere Flyer und Broschüren zum Thema Wildniscamp und Spielen und präsentierten unseren Flyer, der sehr gut ankam. Es waren wirklich gute Ideen dabei und es war interessant zu sehen, was man in so kurzer Zeit schaffen kann.

Abschlussabend mit Glasbläservorführung

Nach der Präsentation unserer Ergebnisse, bekamen wir Evaluationsbögen, um die Woche zu beurteilen und dann gab’s im Gemeinschaftsraum noch eine Abschlussbesprechung. Alle waren sich einig, dass es eine sehr gelungene Woche war, nur zur Öffentlichkeitsarbeit gab’s einige Diskussionen und Überlegungen, ob man da nicht was ändern sollte.
Nachdem alles besprochen war, machten wir uns fertig und fuhren dann mit dem Bus nach Frauenau zur Glas-Manufaktur “Baron von Poschinger“. Dort erwarteten uns in der historischen Glas-Manufaktur festlich gedeckte Tische, unser Koch und der Baron. Nach einer Begrüßungsrede von Lukas und dem Baron gab es das Abendessen: Schweinebraten mit Knödeln oder Rahmschwammerl mit Knödeln oder Reiberdatschi (Kartoffelpuffer) mit Sauerkraut. Nach diesem Festmahl gab es eine Führung durch die Manufaktur, wir lernten einige Dinge zur Glasbläserkunst und dann wurde auch Glas geblasen und Glasfiguren geformt – nicht nur vom Glasbläser, sondern auch von uns. Das ging den ganzen Abend so, dazu gab’s dann noch ein Nachspeisenbuffet (Obstsalat, Mousse au Chocolat und Bayerisch Creme) und natürlich Bärwurzschnaps.

Mit diesem Festabend wurde auch das Seminar offiziell beendet. Wir fuhren dann zurück ins Wildniscamp und viele hatten nun ihre letzte Nacht dort. Der nächste Tag war fakultativ und wir waren nur vierzehn Leute, die noch länger blieben.

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Einführungswoche: Wildnis in Deutschland?

16. April 2012

Donnerstag, 12. April

Früh wurde ich wieder wach an diesem Morgen, dieses Mal aber nicht von den Vögeln, sondern vom Schneeregen der ans Fenster prasselte. Beim Gedanken an die geplante Wildniswanderung, war ich doch etwas beunruhigt. Als wir dann alle beim Frühstück saßen und die Betreuer der verschiedenen Themengruppen kamen, gab’s auch keine Entwarnung: Unabhängig vom Thema würden alle rausgehen – echte Wildnis eben ;-) .

Gibt’s in Deutschland Platz für echte Wildnis?

Unsere Gruppe traf sich zuerst im Sammellager für eine kleine Einführung. Dort erklärten uns unsere Betreuer dann auch, dass für später besseres Wetter angesagt sei und der Regen sicher bald aufhören würde. Dann kamen wir zu unserem Thema: Wildnis. Was ist für uns Wildnis? Wo haben wir diese erlebt? Jeder stellte sich vor, erklärte seine Idee von Wildnis und was man vom dazugehörigen Workshop erwartete. Nach dieser interessanten Runde besprachen wir auch noch ein paar rechtliche Dinge – so muss der Nationalpark zum Beispiel auf ausgewiesenen Wanderwegen darauf achten, dass für Besucher durch herabstürzende Bäume keine Gefahr entsteht, auch wenn Wildnis eigentlich heißt, den Wald so zu lassen wie er ist. Nach den ersten Gedanken dazu fing aber der Hauptteil an: Eine Wildniswanderung kombiniert mit Diskussionen zu verschiedenen Themen. Passend dazu war aus dem Schneeregen ein leichtes Tröpfeln geworden, das aber auch bald vorbei war.

Und so wanderten wir querfeldein durch den Nationalpark, also ganz ohne Wanderweg. Dabei blieben wir immer wieder stehen und besprachen verschiedene Dinge in Bezug zu unserem Thema. Was ist eigentlich Urwald und was Wildnis? Wir kamen auf sehr unterschiedliche Ergebnisse, gerade weil Wildnis für jeden ganz was anderes bedeutet. Ist ein kleiner grüner Fleck in der Stadt, der unberührt ist, auch schon Wildnis? Oder braucht Wildnis eine gewisse Ausdehnung? Gibt es in Deutschland noch einen Urwald? Was würde diesen auszeichnen? Was fällt im Bayerischen Wald auf, was bei normalem Forst nicht zu sehen ist?

Dazu gehört das viele Holz, das auf dem Boden liegt und die vielfältige Flora und Fauna, alles ist etwas ungeordneter im Vergleich zu Wald, den man normalerweise kennt. Wir entdeckten auch Laich auf unserem Weg. Das war schon etwas Besonderes. Auch wenn es etwas ganz Natürliches ist, was man eigentlich überall finden könnte, sieht man das so mitten auf dem Weg nur sehr selten.

Wir lernten auch, was das Besondere an der naturbelassenen Landschaft ist. Wir entdeckten Pilze, die es nur im Bayerischen Wald gibt, sahen hin und wieder auch mal andere Bäume zwischen den vielen Fichten, erkannten, dass sich die Natur langsam wieder erholte. Erst seit 1997 ist dieser Teil des Bayerischen Waldes Teil des Nationalparks. Und trotz der kurzen Zeit erkennt man, dass das Bild nun nicht mehr von der Forstwirtschaft bestimmt wird.

Wir sprachen auch über den Borkenkäfer, der im Bayerischen Wald ein großes Thema ist. Der Nationalpark sagt, dass man ihn lassen soll, die Waldbesitzer drum herum das Gegenteil. Auch in der Politik gibt es verschiedene Meinungen und viele Anwohner halten die Einstellung des Nationalparks für schlecht. Daher müssen teilweise auch im geschützten Gebiet Bäume entrindet werden, um die Ausbreitung des Borkenkäfers einzuschränken.

Ein weiteres Thema waren Wildnisangebote. Was kennen wir? Was sind Wildnisschulen? Wie kommen Leute in die Wildnis? Ist es eine gute Idee, Schulklassen ein paar Tage in der Wildnis leben zu lassen, nur mit Schlafsack und Co.? Auch darüber diskutierten wir, während wir wieder an einer schönen Stelle Rast machten.

Neben den Wildnisthemen erklärten uns Lukas und Pavel aber auch viel zur Natur, zu den Bäumen, den Pilzen, den Tieren und Pflanzen. Es gibt so viel zu entdecken! Immer wieder überquerten wir Bäche, kamen an besonderen Bäumen und Felsen vorbei, fanden immer wieder etwas Neues.

Unsere letzte Aufgabe war, uns zu überlegen, wie man Wildnis den Menschen näher bringen kann. Was kann man mit den Leuten machen, damit sie die Wildnis kennen lernen? Wir kamen auf Ideen wie Dämmerungswanderungen, Sinneswanderungen, spirituelle Programme im Wald und Nächte in der freien Wildnis.

Auf dem weiteren Weg diskutierten wir die Ideen, beratschlagten, wie man das am besten umsetzen könnte und hatten dabei richtig Freude. Die Natur um uns inspirierte und durch die lockere Atmosphäre fiel es besonders leicht, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Als wir wieder zum Wildniscamp kamen, setzten wir uns nochmal zusammen und sprachen über den Tag. Wir waren uns alle einig, dass die Idee, Wanderung und Diskussion zu verbinden, genial war. Zwischen den verschiedenen Pausen hatte man genug Zeit, um sich über die zuvor besprochenen Dinge zu unterhalten und nachzudenken. Trotzdem haben wir keine richtige Antwort auf unsere Frage. Denn unberührte Natur gibt’s in Deutschland nicht mehr – kann trotzdem wieder Wildnis entstehen? Wir wissen es nicht und da Wildnis für jeden etwas anderes bedeutet, muss das wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Berichte ehemaliger Praktikanten für die Umwelt

Nach einem wieder sehr leckeren Abendessen (einer köstlichen Reispfanne) gab’s Vorträge von ehemaligen Praktikanten. Und die waren an allen möglichen Orten, auf einer Hallig im Wattenmeer genauso wie im Naturpark Bayerischer Wald. Für uns war es sehr spannend zu hören, was die drei erlebt hatten. Dazu war’s für mich auch sehr interessant, da auch ein Mädchen dabei war, das gar keinen ökologischen Hintergrund hatte. Viele, die das Umweltpraktikum machen, haben auch ein Studium mit entsprechendem Hintergrund, aber wie auch in meinem Fall nicht immer. Und so ging der Abend mit interessanten Gesprächen zu Ende. Und danach fiel ich wieder müde und glücklich in mein Heubett.

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Einführungswoche: Umweltbildung

15. April 2012

Mittwoch, 11. April

An diesem Morgen wurde ich nicht von meinem Wecker wach, der auf Viertel vor sechs gestellt war, auch nicht von Straßenlärm oder anderen Menschen, sondern ganz einfach von den Vögeln. Und das war der passende Start in den Tag, der um Punkt sechs mit der Vogelstimmenwanderung anfing.

Vogelstimmen im Frühlingswald

Noch ein paar andere hatten sich freiwillig so früh aus den Federn (oder Heu oder Reismatten oder was auch immer) bewegt, um sich von Robert die Vogelstimmen erklären zu lassen. Und der war so gut gelaunt, dass es ansteckend war und es trotz der frühen Uhrzeit richtig Spaß gemacht hat, ihm zuzuhören. Mit einem ständigen Lächeln und einer Begeisterung erklärte er uns die verschiedenen Stimmen. Gleich zu Anfang hatten wir das Glück, einen Waldkauz hören, wovon er und somit auch wir total begeistert waren. Weiter ging’s mit üblichen Lauten wie der Kohlmeise und der Singdrossel, die für alle sich wiederholenden Laute verantwortlich ist, aber auch Vögel wie der Eichelhäher, der Gimpel, den Buntspecht und noch viele viele mehr hörten wir. Manchmal waren wir überfordert, den Vogel aus dem ganzen Gesang rauszuhören, aber oft kam dann doch irgendwann der Punkt, als auch wir den Vogel erkannten. Und da kam dann ein Strahlen ins Gesicht. Und so entfernten wir uns zwar nicht weit vom Wildniscamp, hörten dafür aber umso mehr. Es war eine tolle Wanderung und nie habe ich so genau hingehört. Auch wenn ich mir nur wenig merken konnte, war es ein toller Morgenbeginn. Und danach war auch schon Frühstückszeit.

Umweltbildung

Das Thema des Tages war Umweltbildung. Zuerst hörten wir einen Vortrag über Bildung für nachhaltige Entwickling (BNE) und Globales Lernen am Beispiel des Nationalparks Bayerischer Wald. So wurden die Grundlagen geschaffen, damit uns Grundbegriffe und Problematik vertraut waren. Mit diesem Wissen wurden wir in Kleingruppen eingeteilt, um hautnah Spiele für die Umweltbildung zu lernen.

Schon das Einteilen der Gruppen war spielerisch. Die Gruppenleiter flüsterten uns Tiernamen in die Ohren und das Tier, das man gehört hatte, musste man nachahmen und so seine Gruppe finden. Ich war in der Wildschweingruppe ;-) . Zusammen mit Thomas gingen wir in den (Ur)Wald.

Zur Einführung erklärte uns Thomas Verschiedenes zum Wald und Nationalpark und dann kam das erste Spiel. Ein Klassiker: Teams mit je zwei Personen wurden gebildet, einer musste eine Augenbinde aufsetzen, der andere führte ihn dann zu einem Baum und durch Tasten konnte man den Baum kennenlernen. Dann wurde man wieder zurückgeführt und ohne Augenbinde musste man seinen Baum wieder finden – wenn der keine markante Eigenschaft hatte, war das ganz schön schwierig.
Weiter ging’s mit dem Spiegellauf. Der Spiegel wird unter die Nase gehalten, so dass man den Boden nicht mehr sieht und nur noch den Himmel. Man bildet eine Schlange und nur der vordere hat vollen Blick und kann den Rest der Gruppe führen. Das war eine ganz neue Erfahrung, den Wald so zu sehen und zu fühlen. Andersrum funktioniert das natürlich auch, so dass man nur noch den Boden sieht.
Wir haben noch viele weitere Spiele gespielt, wir waren mal Eichhörnchen, mal Wildschweine, mal Wolf, mal Storch oder Bär, sogar mal eine Kamera. Es war ein sehr schöner Nachmittag, wir sind durch die Wildnis gewandert und haben immer wieder Spiele gespielt, hatten zwischendurch Essenspause und dabei über alles gesprochen und haben so viel gelernt. Das mit Kinder- und Jugendgruppen zu machen ist sicher ein Riesenspaß und zeigt, dass der Wald ein viel besserer Spielplatz ist als der Fernseher zu Hause. Auch wir großen Kinder waren voller Freude dabei ;-) . Bis zum späten Nachmittag wanderten wir so durch den Wald und kamen dann wieder zum Wildniscamp. Nun warteten noch einige Vorträge auf uns.

Vorträge

Der trockenere Teil des Tages kam am späten Nachmittag und Abend. Wir hörten zuerst einen Vortrag von EUROPARC Deutschland über die Nationalen Naturlandschaften, dann von der Commerzbank über deren Sicht auf unser Praktikum. Als kleine Pause gab’s dann köstliche Grünkernbratlinge und Kartoffeln zum Abendessen. Das Essen im Wildniscamp ist wirklich sehr lecker. Danach ging es weiter mit einem Commerzbank-Vortrag über Nachhaltigkeits-Management an deren Beispiel. Den Abend verbrachten wir dann wieder im Gemeinschaftsraum bei Kaminfeuer. Irgendwann mussten wir uns dann aber doch durch den mittlerweile recht starken Regen zurück zu unseren Hütten kämpfen, um wieder im gemütlichen Heubett einzuschlafen.

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Einführungswoche: Ankunft im Bayerischen Wald

15. April 2012

Dienstag, 10. April

Nachdem ich am Dienstag Morgen noch Bouldern war, packte ich meinen Schlafsack, Tasche und Rucksack und machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Von dort aus ging es mit dem Zug nach Ludwigsthal. Auf dem Weg nach Plattling war noch kein anderer Umweltpraktikant im Zug, dafür war ab da die Waldbahn voll davon.

Wanderung zum Wildniscamp

Angekommen in Ludwigsthal wurden wir von den zwei Europarc Mitarbeiterinnen und den Wildniscamp-Leuten, die Mitarbeiter unserer Unterkunft, begrüßt. Das schwere Gepäck wurde auf einen Anhänger geladen und mit dem Auto hochgefahren, wir wanderten etwa eine Stunde zum Wildniscamp.


Begrüßt wurden wir mit Kaffee, Obst und Kuchen im Haupthaus. Schon auf dem Weg zum Wildniscamp lernte ich einige Praktikanten kennen, was beim gemeinsamen Kaffee trinken noch verstärkt wurde. Zum richtigen Kennenlernen gab’s dann auf der Wiese vor dem Haupthaus ein Spiel.

Wer ist wer?

Damit wir uns dafür auch ansprechen konnten, machten wir uns noch Namensschilder aus Holz und sammelten uns dann auf der Wiese. Das Kennenlernspiel war zum Glück keines der üblichen Sorte. Unser Hauptbetreuer teilte uns in verschiedene Gruppen ein: Zuerst stellten wir uns auf eine imaginäre Deutschlandkarte an den Ort, wo wir normalerweise wohnen und studieren, dann sollten wir in unser zukünftiges Schutzgebiet gehen, dann teilten wir uns nach Alter auf, danach nach Geburtsmonat und da gab’s schon das erste Geburtstagslied, zum Schluss noch nach Essverhalten und Hobbies. So lernten wir uns dadurch schon etwas näher kennen.

Rundgang: Themenhütten

Als nächstes ging es um die zukünftige Unterkunft. Dafür wurden wir durch das Wildniscamp geführt und uns wurden die verschiedenen Hütten gezeigt. Am Anfang schauten wir uns die Themenhütten an, die, wie der Name schon sagt, inspiriert von speziellen Elementen wie Wasser und Licht gebaut wurden.

Das Baumhaus war die beliebteste Hütte aller, vermutlich deswegen, weil es auch die exotischste ist. Über eine Hängebrücke gelangt man hinein und schläft dann in luftiger Höhe auf Netzen.

Die Erdhöhle betritt man über einen Tunnel und ist dann im Schlafbereich. Dort befindet sich auch ein Ofen, da es dort meist ziemlich kühl ist.

Der Lichtstern hat in jedem Arm ein Fenster mit einer anderen Farbe und in jedem Arm kann jemand schlafen. Wie der Name schon sagt, ist das Thema hier Licht.

Das Waldzelt ist die komfortabelste der Themenhütten. Normale Betten gibt es dort und sogar einen Ofen, damit es nicht zu kalt wird. Das Interessante sind hier die verschiedenen Holzarten, die verwendet wurden.

Die Wasserhütte befindet sich auf Pfählen und ist so immer zu erreichen. Unter ihr fließt der Geiselbach, wodurch man immer Wassergeräusche hört. Da die Hütte durch das Wasser sehr kalt werden kann, befindet sich auch hier ein Ofen.

Das Wiesenbett hat eine große Glasfront, so dass man auch beim Schlafen Blick auf den Sternhimmel bzw. die Landschaft hat. Hier schläft man auf Heu und hat so immer dessen beruhigenden Duft in der Nase. Hier habe ich die Tage verbracht und trotz fehlender Heizung sehr gut geschlafen.

Rundgang: Länderhütten

Neben den Themenhütten, gibt es auch Länderhütten, die durch die Zusammenarbeit mit Nationalparks der ganzen Welt entstanden sind. Dazu gehört die Amazonas Hütte für Brasilien, eine Chilenische Ruka, eine mongolische Jurte, eine venezolanische Cabana, ein vietnamesisches Langhaus, Lehmhütten aus Benin, ein bayerisch-böhmischer Rindenkobel, ein Sibirisches Tschum und die Thoreauhütte. Es war noch nicht alles aufgebaut und einiges auch zu kalt, aber einige von uns bezogen die Lehmhütten aus Benin, die Chilenische Ruka, die Thoreauhütte und das vietnamesische Langhaus und schliefen dort zum Beispiel auf Hänge- oder Reismatten. Die Thoreauhütte ist übrigens Henry David Thoreau gewidmet.


Eröffnungsabend

Nachdem wir unsere Hütten bezogen hatten und ich meinen Schlafsack auf dem Heu ausgebreitet hatte, begann der Eröffnungsabend im Haupthaus. Zuerst gab es Abendessen, das im Wildniscamp vegetarisch ist und aus Biolebensmitteln wo sinnvoll und ansonsten regionalen Produkten hergestellt wird. Danach gab es kurze Begrüßungsworte der Filialleiterin der Commerzbank in Passau, der Projektkoordinatorin von Europarc und unserem Hauptbetreuer Lukas Laux. Die Commerzbank finanziert das Praktikum für die Umwelt, Europarc organisiert es und hat zusammen mit dem Nationalpark Bayerischer Wald die Einführungswoche gestaltet. Danach blieben wir noch eine Weile im Haus und suchten uns dann mit Taschenlampe den Weg zu unseren Hütten und in den Schlafsack. Dabei hatten wir einen traumhaft schönen Sternenhimmel über uns – schon lange ist es her, dass ich so einen dunklen Himmel mit so vielen Details gesehen habe. Und mit Blick darauf schlief ich dann die erste Nacht im Heu.

Liebe Grüße,
Sabine :-)

Praktikum für die Umwelt

15. April 2012

Hallöchen!

Eine knappe Woche hatte ich kein Internet und somit auch nichts zu berichten. Dafür wurde die Zeit aber gut genutzt: Im Bayerischen Wald fand die Einführungswoche für das Praktikum für die Umwelt statt.

Vor ein paar Monaten habe ich das Praktikum für die Umwelt wieder entdeckt und mich dann für den Nationalpark Sächsische Schweiz beworben. Der Anruf, dass ich eine Stelle bekomme, hat mich überglücklich gemacht. Ich sehe darin eine großartige Möglichkeit, meine Faszination und Liebe zur Natur zu teilen und so vielleicht auch andere Menschen davon zu überzeugen, dass diese schützenswert ist. Dazu ist es natürlich eine Traumvorstellung, einige Zeit draußen in der Natur zu arbeiten. Daher werde ich ab Ende August ins Elbsandsteingebirge gehen und dort im Nationalpark mitarbeiten.

Um auf Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Co. vorbereitet zu sein, gab es für alle Praktikanten für die Umwelt eine Einführungswoche im Bayerischen Wald, die nun hinter mir liegt. Dazu wird es in den nächsten Tagen mehrere Berichte geben :-) .

Liebe Grüße,
Sabine :-)