Wanderung Großer Riesenkopf (1337m)

Hallöchen zusammen,

nachdem der Kletterkurs vorbei war, waren die Wochenenden voll mit Klausuren. Daher ist da erst mal gar nichts passiert. Das Wetter war aber auch die meiste Zeit regnerisch, so dass mich das dann gar nicht so sehr störte. Als dann das erste freie Wochenende näher kam, war klar, dass ich auf einen Berg wollte. Und nachdem das Wetter für Freitag am besten angesagt war, stand fest, dass es eine Feierabendtour werden würde.

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Außer mir hatte niemand Zeit, sich am Abend in den Zug in Richtung Berge zu setzen, also war ich allein im Meridian nach Flintsbach. Ich wollte eine mir schon bekannte Tour machen: Die zum Großen Riesenkopf. In Flintsbach angekommen erinnerte ich mich noch so halb an den Weg zum Ausgangspunkt und in Verbindung mit den Schildern klappte das dann auch ganz gut. Und dann war ich auch schon auf der Forststraße, die gemächlich nach oben führt – dieses Mal gleich auf dem richtigen Weg 😉 .

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Am Anfang lief ich ein langes Stück durch den Wald, kam an zwei kleinen Kapellen vorbei und gewann immer mehr Höhenmeter. Danach wird es lichter und ich konnte schon erste Fernblicke genießen. Mir kamen ein paar Wanderer entgegen, viel los war hier aber nicht. Für Freitagabend ist’s wohl auch etwas ungewöhnlich hier unterwegs zu sein.

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Ich kam dann wieder an die Stelle, an der mir nicht klar ist, wie man langgehen soll. Und es fehlt auch einfach ein Schild, das einem sagt, dass man sich rechts halten muss. Aber ob intuitiv oder aus der Erinnerung oder einfach alle Wege zum richtigen Ziel führen: Ich entschied mich für den richtigen Weg und als nach einer Weile wieder der Große Riesenkopf angeschrieben war, wurde ich wieder ruhiger.

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Nun kam eine Alm und wie schon beim letzten Mal wurde ich neugierig von einer Kuhherde beäugt, die natürlich mitten auf dem Weg stand. Nachdem ich mich beim Alphatier vorgestellt hatte, machte ich einen großen Bogen und wanderte den Hang hinauf. Nun war ich auf dem letzten Stück unterwegs.

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Das besteht aus einem Waldpfad und ist nochmal richtig steil. Da kam ich die letzten Meter nochmal richtig ins Schwitzen. Mein Wasser war durch das heiße Wetter fast aufgebraucht und aus einem unerklärlichen Grund, hatte ich nur einen Liter dabei… Als ich dann endlich am Gipfelkreuz war, war ich doch etwas erleichtert.

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Das Schild hatte im Tal etwas von 3,5 Stunden erzählt und mich damit doch etwas erschrocken – so lange hatte ich es nicht in Erinnerung. Und es dauert auch nicht so lang – ich hatte 1,75 Stunden gebraucht und war jetzt nicht übermäßig schnell unterwegs. Das war umso besser, so konnte ich die Zeit am Gipfel mehr genießen.

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Ich machte es mir bequem, blickte ins Inntal und begutachtete meine Schuhe. Ich hatte Wanderbarfußschuhe an, die auch für München-Venedig gedacht sind und nun konnte ich sie endlich testen. Nach vier Wochen Abstinenz saß ich nun wieder auf einem Gipfel und das Gefühl ist unbeschreiblich. Irgendwie merkt man’s immer am meisten, wenn man nach langer Zeit wieder mal da ist.

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Einen Müsliriegel später packte ich wieder zusammen. Mein Wasser war bis auf einen Minischluck aufgebraucht. Ich wanderte gut gelaunt wieder den Weg zurück und stieß wieder auf die Kuhherde. Die hatte ihre Position etwas geändert und war nun direkt am Hang auf dem Weg. Aber auch da konnte ich gut ausweichen.

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Flotten Schrittes war ich dann wieder auf dem Forstweg unterwegs und kam zum Sonnenuntergang zur Ruine Falkenstein. Ich liebe so alte Gemäuer und war fasziniert von dem schönen Anblick. In rötlichem Licht lag die Ruine da und so hatte ich zum Abschluss eine ganz besondere Stimmung beim Abstieg.

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Am Bahnhof hatte ich dann noch eine halbe Stunde Zeit. Was zu trinken gibt’s dort leider nicht, aber darum würde ich mich beim Umsteigen in Rosenheim kümmern. Nun saß ich einfach nur da und genoss den Abend. Als der Meridian einrollte, wartete ich auf Rosenheim und belohnte mich dort endlich mit einer Bionade – selten hat die so gut geschmeckt.

Und so ging eine schöne Feierabendtour zu Ende und ich war endlich mal wieder in den Bergen unterwegs 🙂 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

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