Großer Riesenkopf (1337m)

Hallo zusammen,

auch gestern war wieder sommerlich heißes Wetter. Der Berg hat aber natürlich trotzdem nach mir gerufen und daher hatte ich mich wieder für eine kleine Wanderung entschieden, bei der ich noch vor der Mittagssonne fertig sein würde: Zum Großen Riesenkopf. Durch die 1337m hatte ich ihn zuerst ausgeschlossen, da man aber auf nur 485m startet, kam er doch wieder ins Rennen 😉 . Noch dazu war ich in nur eineinhalb Stunden mit dem Zug in Flintsbach.

Der Weg vom Bahnhof Flintsbach zum Parkplatz Falkenstein ist durch grüne Schilder mit einem Pfeil ausgeschildert. Dass man damit zum Parkplatz kommt, steht nur manchmal dabei. Noch dazu war ein Teil des Weges Baustelle, ich hatte also noch eine Parcoureinheit mit dabei 😉 . Ich kam dann aber doch zum Parkplatz und folgte dem Weg unterhalb der Burg.

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Das Schild hatte nach links gezeigt, also war ich auch auf dem Weg geblieben und links abgebogen. Ich lief unter der Burg entlang, am Waldrand und immer weiter. Nur ging es nicht bergauf und ich war sehr unsicher, ob das der richtige Weg war. Die Beschreibung zur Wanderung hatte ich auch nicht dabei. Als dann das nächste gelbe Wanderschild kam, stand nichts von meinen Zielen drauf. Also drehte ich wieder um und kam dann erneut zum Wanderparkplatz. Und da führte auch ein Weg nach oben und nach einigen Metern steht dort auch eine Werbetafel für den Hohen Asten. Endlich war ich auf dem richtigen Weg – und der Abstecher zur Ruine Falkenstein war ja auch nicht schlecht 😉 .

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Es folgte ein langes Stück durch den Wald auf einer Forststraße. Ich wurde zwei Mal von einem Auto überholt, was bei mir gefühlsmäßig den natürlichen Charakter des Weges senkte. Gleich am Anfang gab’s einen Aussichtspunkt über die Stadt, später folgten zwei Kapellen und zwischendrin waren immer wieder Wasserfälle. Der Anfang war etwas steiler, ab dann ging es aber gemächlich bergauf und ich kam in gutem Tempo voran.

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Als ich das erste Mal aus dem Wald rauskam, erkannte ich den Gipfel der Maiwand. Dieser stand nicht auf meiner Liste. Der Weg dorthin war laut Beschreibung sehr anspruchsvoll und das war für diesen Tag nicht das Richtige für mich. Mein Ziel war der Große Riesenkopf.

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Nun gab es auch schon Fernblicke ins Tal. Vom Inntal war ich bisher nur selten losgewandert, umso schöner waren die Ausblicke für mich. Gerade weil ich mit dem Inn viele positive Assoziationen habe.

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Und dann hatte ich auch schon den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Bergbauernhof Deutschlands erreicht: Hohe Asten. Ich kehrte hier aber nicht ein, sondern bog auf den Wiesenpfad zum Großen Riesenkopf ab. Von nun an wurde der Weg schöner.

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Über Wiesen- und Waldpfade wanderte ich weiter und fühlte mich teilweise wie im Urwald. Ich hatte natürlich eine kurze Hose an, was bei dem engen von Brennesseln umsäumten Pfad nicht immer vorteilhaft war 😉 . Nach einer Weile wurde der Weg wieder breiter und das nächste Hindernis folgte.

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Vor mir war ein Zaun, über den ich rüberklettern musste und dann stand ich inmitten einer Kuhherde. Die Kühe schauten mich an und fragten sich, was ich hier wollte. Ich erklärte ihnen, dass sie nur kurz den Weg freimachen müssten, damit ich weitergehen kann 😉 . Den Ausgang versperrten zwei Kühe mit ihren Hinterteilen, die sich dann aber dazu überreden ließen, mich passieren zu lassen. Und damit hatte ich die Riesenkopfalm erreicht.

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Von der Riesenkopfalm zweigt der Weg ähnlich wie schon beim Hohen Asten ab, also lief ich über einen Wiesenhügel weiter. Nach dem Queren eines Drahtzauns war ich wieder im Wald und über wurzeliges Gelände führte der Weg zum Gipfel. Hier war auch eine Warnung für Bergsteiger, die Richtung Maiwand wollten – das sollte man nur mit Erfahrung machen und ausgeschildert war der Weg auch nicht. Ich lief das letzte steile Stück weiter und bekam dabei schon einen Vorgeschmack auf die Aussicht, die mich erwarten würde.

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Und da stand ich auch schon auf dem Gipfel. Ein Stückchen abseits saß ein weiterer Wanderer, ansonsten war ich allein und konnte die Ruhe genießen. Rundumblick und Stille, das war für diesen Tag genau das Richtige.

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Ich war überwältigt! Der Blick ins Inntal war wunderschön und weit. Der Inn war deutlich zu sehen, ich konnte die Dörfer im Tal ausmachen und bekam gar nicht genug.

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Auch der Blick zur anderen Seite war traumhaft: Ein wunderschönes Bergpanorama. Auch wenn der Gipfel mit seinen 1337m nicht sonderlich hoch ist, belohnt er mit einem tollen weiten Ausblick.

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Und das war der richtige Zeitpunkt für eine kleine Brotzeit. Ich saß mich direkt ans Gipfelkreuz, aß mein Brot und ließ die Landschaft auf mich wirken. Kleine Gipfel sind nicht zu unterschätzen. Es hatte sich gelohnt!

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Nach dieser Pause packte ich meine Sachen zusammen und wanderte denselben Weg wieder zurück. Irgendwo musste sich hier noch der Rehleitenkopf verstecken, der war aber nicht ausgeschildert. Da ich einen bestimmten Zug im Kopf hatte, wollte ich nun auch nicht mehr suchen.

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Ich wanderte hinab, kam wieder an den Kühen vorbei und bedankte mich, dass sie dieses Mal gleich Platz machten und war wieder auf dem schönen Wiesenpfad. Das ging alles viel schneller als gedacht. Als ich am Hohen Asten war, sah ich auf die Uhr. In einer knappen Dreiviertelstunde würde der nächste Zug gehen – einer früher als ich im Kopf hatte.

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Ausgeschrieben war der restliche Weg mit 2 1/4 Stunden bis zum Parkplatz, also 2,5 Stunden bis zum Bahnhof. Das war meiner Meinung nach aber sehr übertrieben. Ich wechselte zum Laufen. Die Schuhe waren nicht optimal, auch der Rucksack zu groß, aber es ging ja bergab. Und der Forstweg war auch nicht so spannend, dass man sich Zeit lassen musste. Ich lief nach unten und hatte meinen Spaß dabei. Es ging schnell und gut und ich erreichte den Parkplatz um kurz nach elf. Nun war der Endsprint angesagt: Ich musste in fünf Minuten am Bahnhof sein!

Auch das klappte und dort stellte ich dann fest, dass es gar nicht so eilig gewesen wäre. Die geplante Abfahrtszeit des Zuges war fünf Minuten später als gedacht und dann kam er auch noch etwas verspätet. Das war genug Zeit für mich, um am Bahnhof nochmal was zu trinken und etwas runterzukommen.

Und so lag wieder ein schöner, wenn auch kurzer, Bergausflug hinter mir. Und ja… der Downhill hat richtig viel Spaß gemacht, da muss wohl noch mehr kommen 😉 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

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