Yogawochenende in Nesselwang

Yoga does not just change the way we see things, it transforms the person who sees.
B.K.S. Iyengar

Hallöchen zusammen!

Am letzten Januarwochenende war ich wieder wie im letzten Jahr auf einem Yogawochenende, das von meiner Yogalehrerin organisiert wurde. Letztes Jahr waren wir im Explorer Hotel in Oberstdorf, dieses Jahr im Explorer Hotel in Nesselwang. Der offizielle Start war wie im Jahr zuvor am Freitagabend. Wir fuhren aber schon gegen Mittag von München aus los, um noch die Umgebung zu genießen.

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Das Wetter war ein Traum und stimmte uns richtig auf das Wochenende ein. Nesselwang liegt im Allgäu und ist nicht weit von Füssen weg. Warum also nicht dort einen Stopp einlegen? Auf dem Weg nach Füssen hatten wir einen herrlichen Blick auf die Berge. Wir blieben an einem See stehen und genossen einen Moment die Ruhe und den Ausblick, bis wir dann weiter nach Füssen fuhren. Dort war typisch touristisch viel los, wir trauten uns aber trotzdem in die Stadt und machten eine kurze Café-Pause. Danach fuhren wir noch ein Stück weiter in Richtung Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Einziges Ziel war hier, einen schönen Blick auf die Schlösser zu haben, für einen Besuch war es schon zu spät. Nachdem wir dieses zugegeben sehr touristische Programm abgeschlossen hatten, fuhren wir nach Nesselwang ins Hotel. Wir checkten ein, liefen kurz in den Ort um uns mit dem nötigsten zu versorgen und machten es uns dann mit einem Salat im zugehörigen Bistro bequem.

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Nach und nach kamen die anderen Yogateilnehmer dazu. Manche kannte ich vom letzten Jahr, manche von der Yogagruppe am Dienstagabend, manche noch gar nicht. Wir waren eine schöne gemischte Gruppe mit gemischtem Alter und verstanden uns auf Anhieb gut. Nach dem Begrüßungsratschen ging’s zurück auf die Zimmer und wir wechselten zu Yogaklamotten. Wir waren bereit, nun konnte das Wochenende beginnen 🙂 . Wir fanden uns im Yogaraum ein, suchten Matte, Klötze, Gurt und Decken und dann startete das Abendprogramm. Wie auch schon im letzten Jahr war dieses entspannend und regenerativ und forderte uns nicht, sondern bereitete uns auf einen angenehmen Schlaf vor. In dieser Kulisse mit Bergluft und Schnee draußen waren wir schnell weg vom Alltag, übten konzentriert und schlummerten beim Shavasana zum Schluss schon fast ein 🙂 .

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Am kommenden Tag startete der Morgen mit Meditation. Ich freue mich hier schon sehr drauf, da ich das Yogawochenende für mich wieder als Start in meine persönliche Meditation nutzen wollte. Im letzten Jahr hatte ich es über einige Monate konsequent durchgezogen, war dann aber wieder davon abgekommen und hatte die Meditation komplett aufgegeben. Dies war nun wieder der Start für meine regelmäßige Meditation. Wir saßen auf den Klötzen eingelümmelt in eine Decke und wechselten im Laufe der Dreiviertelstunde drei Mal unsere Sitzhaltung. Unsere Yogalehrerin gab uns Atemhilfen, um bei der Meditation zu bleiben und das Fenster in die Außen- und Gedankenwelt zu schließen. Ich genoss es wieder sehr, hätte mir aber etwas weniger Beinwechseln gewünscht, da mich das immer etwas rausriss. Aber danach fühlte ich mich wieder herrlich – wie auch im letzten Jahr 🙂 .

Nun folgte das Frühstück, das wie im letzten Jahr wieder eine gute Auswahl bot. Ich suchte mir mein Obst und Müsli zusammen und wir nutzten die Zeit wieder, uns als Gruppe kennenzulernen. Um zehn startete dann die nächste Yogasession. Es waren viel Beindehnung und Stehhaltungen im Programm und wir übten dieses Mal auch den Kopfstand, den ich sogar freistehend schaffte. Im Gegensatz zu einer klassischen 90 Minuten Stunde hatten wir nun zwei bis zweieinhalb Stunden Zeit und setzten uns so mit den Übungen intensiv auseinander. Ich genoss das sehr und fand es super, die Zeit zu haben, um voll in die Asanas zu gehen und an allen Stellen des Körpers arbeiten zu können. Zum Schluss hatte ich das Gefühl, viel besser im jeweiligen Asana zu stehen, als das sonst der Fall war. Im Shavasana zum Schluss war ich so entspannt, dass ich mich zusammenreißen musste, um nicht einzuschlafen – so intensiv war mir das auch noch nicht passiert 😉 .

Die Yogastunde beendeten wir etwas früher als geplant, um das schöne Wetter besser nutzen zu können. Wir entschieden uns, gemeinsam zum Mittagessen zu fahren und dann die Wanderung um den Grüntensee zu machen. Das erste Ziel, das wir anfuhren, war leider geschlossen, daher fuhren wir weiter zu einer Gaststätte mit original Allgäuer Käse als Schwerpunkt. Für mich gab es wieder Salat zum Essen während ansonsten natürlich viel Käsespätzle bestellt wurden 😉 .

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Nach dem etwas längeren Mittagessen fuhren wir nach Gschwend und suchten den Start unserer Wanderung. Anfangs irrten wir ein bisschen planlos umher, folgten dann aber einfach den Schildern und kamen so zum Grüntensee. Zugegeben hatte ich mir unter “Wanderung” etwas mehr erhofft, aber auch so war es schön im Allgäu spazieren zu gehen. Ein Teil der Gruppe verabschiedete sich schon früher, während wir zu dritt noch ein Stück am See entlang liefen, bis wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto machten.

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Von Winter war hier nicht viel zu sehen, aber allein wieder die Berge um mich rum zu haben, entspannte mich total. In Verbindung mit dem Yoga und dem Urlaubsgefühl war es ein Traum. Noch dazu waren wir eine so nette Truppe, dass ich mich sehr wohl fühlte und die Momente total genoss. Nachdem wir wieder zurück am Auto waren, fuhren wir zurück zum Hotel und machten uns fertig für das Abendyoga. Im Vergleich zum letzten Jahr hatten wir alle wesentlich mehr Energie und unsere Yogalehrerin konnte uns auch entsprechend fordern. Ein Schwerpunkt waren unter anderem Drehhaltungen. Auch am Abend gab es wieder Kopfstand, aber da war ich dann doch schon etwas erschöpft und brauchte die Wand dazu 😉 .

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Am nächsten Tag war ich am Morgen schon eine Weile wach, bevor ich zur Meditation losging. Meine Zimmerpartnerin war zu müde und daher machte ich mich alleine auf den Weg. Im Yogaraum angekommen war ich noch alleine, dann kam meine Yogalehrerin und das war’s dann auch schon. Alle anderen waren wohl noch zu müde und so meditierten wir zu zweit. Meine Yogalehrerin gab wieder Atemhinweise und dieses Mal aber keine Hinweise zum Sitzposition wechseln. Das entsprach mir sehr, da ich nur einmal meine Verschränkung der Beine wechselte und so tiefer in die Meditation reinkam. Am Ende war ich wieder in dieser angenehm entspannten glücklichen Stimmung und freute mich auf den Tag. Meine Yogalehrerin und ich plauderten noch etwas über Meditation und Co. und packten dann unsere Sachen für’s Frühstück.

Hier trudelten dann nach und nach alle ein und starteten so auch in den Tag. Wir mussten nun schon wieder unsere Sachen packen und auschecken und fanden uns dann mit Gepäck im Yogaraum ein. Es folgte also schon die letzte Yogastunde. Nochmal zweieinhalb Stunden Konzentrieren auf Asanas, für uns sein, das Wochenende perfekt zum Ende bringen.

Wir übten gut und intensiv und ich genoss es. Ein Teil war der Unterarmstand, bei dem ich mich anfangs geistig blockierte. Nachdem unsere Yogalehrerin dann nochmal darauf hingewiesen hatte, dass das reine Kopfsache ist, sammelte ich mich nochmal und kam endlich hoch. Dazu gab es schöne Rückwärstbeugen wie Utrasana (das Kamel) und Urdhva Dhanurasana (die Brücke). Asanas die ich sehr gerne mag. Und auch Trikonasana kam nochmal in den Fokus, was wir am Tag zuvor schon hatten. An Trikonasana habe ich deutlich gemerkt, dass schon ein Wochenende sehr helfen kann, besser in ein Asana reinzukommen und es technisch besser auszuführen – und das fühlt sich auch ganz anders an!

Auch diese schöne letzte Stunde endete mit ruhigen Haltungen und Shavasana zum Schluss. Ich fühlte mich beflügelt und entspannt, voller Energie und glücklich und einfach richtig gut. Wie schon im letzten Jahr konnte ich wieder feststellen, dass mir Yoga und Meditation sehr viel geben und gut tun. Und wieder hoffe ich, dass ich meine Yogapraxis noch weiter vertiefen werde und die Meditation weiterhin ein regelmäßiger Bestandteil ist. Bis jetzt klappt das ganz gut 🙂 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Yoga is like music: the rhythm of the body, the melody of the mind, and the harmony of the soul create the symphony of life.
B.K.S. Iyengar

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