Schluchtensteig: Zusammenfassung und Tipps

Hallöchen zusammen!

Die Schluchtensteig-Wanderung liegt nun schon wieder eine Weile zurück und damit ist genau der richtige Zeitpunkt, um zusammenzufassen. Es war unser erster Fernwanderweg, unser erster längerer Besuch im Schwarzwald, unsere erste Wanderung mit Gepäck auf dem Rücken. Und es hat sich gelohnt!

Der Schluchtensteig ist viel mehr als nur Schlucht – auch wenn das für uns immer die Höhepunkte waren. Man kommt oft auch sehr hoch, was dazu führt, dass man ständig Auf und Ab wandert. Es gibt zwischendurch immer wieder Highlights – ob das nun der Schluchsee ist oder der Dom von St. Blasien. Die Landschaft wechselt ständig zwischen Wald, Weide, Wiese, Felder und Wasser. Trotz der 120 km wird es nicht langweilig und jede Etappe hat ihren eigenen Reiz. Ich persönlich finde die zweite Etappe am schönsten und diese gibt am besten wider, was ich mir unter Schluchtensteig vorstelle.

Im Folgenden möchte ich ein paar Hinweise geben, falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, den Schluchtensteig zu wandern. Zögern solltet ihr da nicht, denn es wartet eine wunderschöne Tour auf euch!

Wanderkarte
Der Schluchtensteig ist perfekt ausgeschildert. Es gab eine einzige Stelle, an der nicht ganz klar, wie man weitergehen sollte, aber sonst findet man das Schluchtensteigzeichen überall, wo man’s braucht. Eine Karte ist für den Überblick und vor allem für die Etappenplanung sehr hilfreich. Wir haben die Leporello Wanderkarte und den Hikeline Wanderführer genutzt. Letzterer gibt Hintergrundinformationen, Tipps und kleine Karten der wichtigsten Orte. Das hilft vor allem bei der Suche nach der Unterkunft 😉 .

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Unterkunft
Es gibt zahlreiche Unterkünfte an allen Orten, die man mit dem Schluchtensteig passiert. Der Wanderführer hilft dabei und hat ein Verzeichnis mit Pensionen, Hotels und Gasthäusern je Ort. Wir hatten die Wanderung schon im Voraus geplant und daher auch die Unterkünfte schon reserviert. Damit ist man zwar gezwungen, den Schluchtensteig so zu gehen, wie man es geplant hat, aber dafür muss man vor Ort nicht lange suchen und weiß, dass man sicher ein Zimmer hat. Wir hatten super Unterkünfte und waren begeistert, dass das mit dem vorher Aussuchen so gut geklappt hatte. Wir haben viele Menschen kennengelernt, die ihren Job aus ganzem Herzen machen – da fühlt man sich sehr wohl.

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Gepäck
Es gibt natürlich die Möglichkeit, sich das Gepäck zwischen den Etappen transportieren zu lassen. Da wir aber unabhängig sein wollten und einen Fernwanderweg so richtig erleben wollten, haben wir unsere sieben Sachen mitgenommen. Man sollte pro Person mindestens einen 30 Liter Rucksack einplanen, wenn nicht etwas mehr. Wir hatten den roten Deuter 30 Liter Rucksack dabei und noch einen größeren Trekking-Rucksack. Der war zwar nicht voll, es ist aber ganz gut, wenn man etwas Spielraum hat, die Dinge umzusortieren. Man braucht auf jeden Fall zwei Wanderoutfits, Regensachen und Kleidung für den Abend. Dazu kommt noch das ganze Badzeug und natürlich Verpflegung.

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Verpflegung
Meiner Meinung nach gehört die Verpflegung zu den wichtigsten Dingen einer Wanderung. Man sollte ausreichend Dinge dabei haben, so dass man nicht hungrig wandern muss und natürlich ausreichend zu trinken. Wir hatten zu zweit drei bis vier Liter dabei, was uns gut gereicht hat. Es ist sehr Etappen-abhängig, wie viel man braucht und natürlich auch davon, ob man zwischendurch irgendwo einkehrt. Zur Verpflegung empfehlen sich Frucht- oder Müsliriegel, Obst, Kekse und Brotzeit. Wir hatten am ersten Tag den Fehler gemacht, zu viel dabei zu haben. Da der Rucksack dadurch recht schwer wird, lernt man aber schnell, wie viel man wirklich braucht 😉 .

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Etappenlänge
Die Länge der vorgegebenen Etappen ist ganz gut gewählt. Damit kommt man am Nachmittag in die Unterkunft und hat dort noch etwas Zeit, die Gegend zu genießen. Wer es etwas sportlicher mag, kann die sechs Etappen gut zu fünf Etappen zusammenzufassen. Allerdings würde ich im Nachhinein empfehlen, nicht über die dreißig Kilometer hinaus zu gehen, sondern lieber 25km-Etappen zu machen. Bei uns hat das nicht so ganz zu unseren Plänen gepasst und daher gab es die lange Lenzkirch-Etappe. Die war zwar schön, aber die letzten fünf bis zehn Kilometer waren dann doch etwas zäh – vor allem mit Gepäck.

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Fernwanderweg
Es gibt ein paar Dinge, die man bei einem Fernwanderweg beachten sollte. Im Gegensatz zu einer normalen Wanderung hat man sein ganzes Gepäck auf den Rücken, wandert tagelang durchgängig und hat keine richtige Pause. Das alles zusammen führt dazu, dass man dann doch leichter erschöpft ist, als es normal der Fall ist. Vor allem das Gepäck hatte mehr Einfluss, als wir gedacht hatten. Dazu kam auch, dass wir nicht damit gerechnet hatten, dass der Schluchtensteig sehr viel auf und ab geht und man trotz Mittelgebirge ordentlich Höhenmeter dabei hat. Auch wenn man so auch mal vierzig Kilometer ohne Probleme wandert, sollte man das nicht als eine Etappe bei einem Fernwanderweg einbauen. Ein ganz wichtiger Hinweis ist auch die richtige Wahl der Schuhe. Macht nicht denselben Fehler wie ich und nehmt Schuhe, mit denen ihr noch nicht lange am Stück gewandert seid. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich an den Schuhen lag, mit denen ich so gar keine Probleme habe, aber nach drei Tagen durchgehend wandern hatte ich starke Fußschmerzen. Und das nimmt einem schon etwas die Freude.

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Alles in allem ist der Schluchtensteig als Einstieg in das Fernwandern sehr zu empfehlen. Es wartet eine abwechslungsreiche Landschaft, bei der man oft fern von der Zivilisation ist und trotzdem eine sehr gute Infrastruktur vorfindet. Damit auch ein Hinweis auf die Konus Gästekarte, die man für die Kurtaxe in der Unterkunft bekommt: Damit kann man kostenlos den Nahverkehr und damit das gut ausgebaute Busnetz nutzen.

Ich wünsche euch viel Spaß!
Liebe Grüße,
Sabine 🙂

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