Etappe 2: Blumberg Zollhaus – Lenzkirch

Blumberg Zollhaus – Lenzkirch: (2+) 33 (+1) km

Hallo zusammen,

nach dem ruhigen Tag zuvor stand nun unsere längste Etappe an: Blumberg Zollhaus nach Lenzkirch. Offiziell verläuft die zweite Etappe bis zur Schattenmühle, wir verlängerten sie bis Lenzkirch um zwei Drittel der folgenden Etappe. Nach dem Frühstück deckten wir uns mit Proviant beim Bäcker ein und mussten dann erst mal zurück zum Schluchtensteig. Wir liefen also die Hauptstraße entlang die zwei Kilometer zurück nach Blumberg.

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In Blumberg angekommen liefen wir durch den Ort und kamen dann schon gleich zum ersten Höhepunkt: Die Schleifenbach-Wasserfälle. Über einen etwas rutschigen und steinigen Pfad wanderten wir hinab bis zu einer Leiter. Nachdem wir diese hinab geklettert waren, hatten wir den besten Blick auf die Schleifenbach Wasserfälle vor uns.

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An den Wasserfällen hatten wir schon viel Zeit verbracht, daher wanderten wir nun schnell weiter. Schließlich waren wir gerade erst am Anfang unserer langen Etappe. Nachdem wir aus dem Tal hinaus gelaufen waren, kamen wir nach Achdorf und Aselfingen. Beides sind kleine Orte und bis auf ein paar Kühe ist uns kaum jemand begegnet. Wir verließen die Zivilisation nun wieder und wanderten auf Forstwegen richtung Wutach. Auf diesem Wegstück hatten wir wieder bunte Blumenfelder um uns rum. Dieses Bild änderte sich aber schon bald. Wir wanderten an einem Sägewerk vorbei und waren wieder in der Schlucht.

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Die Wutach neben uns, die Natur um uns und zum Glück auch nicht allzu viele andere Wanderer. Unbeschreiblich ist die urwaldartige Natur, die uns umgab und dazu auch immer wieder anders. Dies ist wirklich eines der schönsten Stücke des Schluchtensteigs. Die zweite Etappe steht ganz im Zeichen der Schlucht und der Natur – wildromantisch, wie es in den Wanderführern so schön heißt 😉 .

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Ich fühlte mich zurückerinnert an das Polenztal und Kirnitzschtal, die mich in der Sächsischen Schweiz begeistert hatten. Im Wutachtal ist es sehr ähnlich und dank Naturschutz auch sehr natürlich.

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Die Felswände an der Wutach geben dem Ganzen eine besonders schöne Atmosphäre. Man ist herrlich abgeschottet und abseits der Zivilisation. Wenn nicht hier und da ein Stück Drahtseil am Fels wäre, würde man fast meinen, man hätte noch unberührte Natur entdeckt. Dazu passten die Wanderer, die uns immer wieder entgegen kamen, natürlich auch nicht so ganz 😉 .

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Unser Pausenort war direkt an der Wutach. Auf einem Kiesbett breiteten wir unsere Sachen aus und genossen die Brotzeit zum Plätschern der Wutach. Plötzlich machte es einen lauten Platsch und direkt vor uns kam ein großes Stück Fels nach unten. Da wurde uns dann doch etwas mulmig und wir beendeten die Pause schnell. Schließlich hatten wir auch noch ein langes Stück vor uns.

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Landschaftlich hatten wir trotz gleichbleibender Schlucht immer wieder Abwechslung auf dem Weg. Mal wanderten wir durch tiefsten Urwald, mal am Wasser, mal auf lichteren Wegstücken durch Bärlauchfelder. Und meist merkten wir erst, als wir schon mittendrin waren, dass sich die Landschaft wieder geändert hatte.

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Wir näherten uns nun langsam dem Ende der normalen Etappe und kamen zur Schattenmühle. Damit hatten wir die Schlucht vorerst verlassen und die letzten dreizehn Kilometer vor uns. Die Füße spürten wir schon und die Energie ließ etwas nach. Wir wanderten aber weiter und folgten einem Forstweg bergauf. Das Ziel für die nächste Pause sollte das Räuberschlössle sein. Viel war von dem Schlössle nicht mehr zu sehen, aber dafür hatten wir einen schönen Rastplatz, um Energie für das letzte Teilstück zu gewinnen. Noch immer waren wir an der Wutach, die anfangs weit unter uns war. Nun aber ging es wieder stetig bergab und wir näherten uns dem Wasser.

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Und schon waren wir wieder in der Schlucht. Es ging bergauf und bergab und bergauf und bergab. Nun schmerzten die Füße aber schon deutlich und wir wollten endlich nach Lenzkirch. Das letzte Stück der Etappe konnten wir nicht mehr so richtig genießen, wenn es auch hier nochmal richtig schön wurde.

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Unser Höhepunkt war aber der Blick auf Lenzkirch – endlich näherten wir uns dem Ziel. Dort angekommen mussten wir nun noch unsere Unterkunft suchen und sind auf die Pension Waldwinkel gestoßen. Wer auf Nummer sicher gehen will und vorher schon seine Pension buchen möchte, kann dies beispielsweise hier tun.

Ein gemütliches Zimmer erwartete uns und ein sehr sehr leckeres Abendessen von einem Koch, bei dem man die Liebe zum Kochen richtig rausschmeckt. Das war genau der richtige Abschluss für diesen anstrengenden Tag.

Die nächste Etappe wartete schon und auch wenn sie nicht ganz so lange werden würde, hatten wir wieder einiges vor uns – und damit wieder ein ganz anderes Landschaftsbild als an diesem Tag 🙂 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

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