Sextner Dolomiten: Rifugio Lavaredo – Drei-Zinnen-Hütte – Toblinger Knoten – Zsigmondyhütte

Hallöchen zusammen,

die ganze Nacht hatte ich den Wind gehört, da ich direkt unter dem einzigen Fenster lag. Das wurde mal geöffnet und geschlossen, je nachdem ob gerade jemand fror oder schwitzte in unserem Zimmerlager.

Die Nacht war also etwas unruhig und als wir am Morgen recht früh schon aus dem Fenster schauten, war es leider nicht das, was wir sehen wollten. Es war wieder zugezogen, der Wind wehte kräftig und die Wetter-App kündigte Gewitter an. Schon beim Frühstück hatten wir entschieden, unter diesen Umständen den Klettersteig auf den Paternkofel nicht zu machen.

Den Einstieg wollten wir aber schon sehen – und wir hatten jetzt auch ausreichend Zeit dafür. Wir wanderten los und machten uns auf den Weg zum Einstieg des Klettersteigs. Dieser ist ein Überbleibsel vom 1. Weltkrieg und führt durch Tunnel und geschlagene Wege auf den Gipfel.


Als wir am Eingang angekommen waren, erkannten wir ihn erst gar nicht, weil es doch recht gebückt tiefer reinging. Dann kam aber eine andere Gruppe, die auf den Klettersteig ging – es musste also der Start sein.


Eine ganze Weile standen wir da oben und überlegten, ob wir den Klettersteig nicht doch machen sollten. Dass die Gruppe drinnen verschwunden war, machte die Sache natürlich nicht besser. Aber man muss eben schon Zeit für den Klettersteig einplanen und die Schwierigkeit war schwer abzuschätzen – sollte es wirklich zu gewittern anfangen, wollten wir da nicht drin sein.

Schweren Herzens entschieden wir uns also dazu zurück auf den Hauptweg zu gehen und über normalen Weg zur Drei Zinnen Hütte zu laufen. Dieser ist wirklich gemütlich und absolut unschwierig und trotzdem konnten wir uns nicht satt sehen. Ein Schritt nach dem anderen bietet grandiose Ausblicke und es ist ein wahrer Genuss dort entlang zu wandern.

An der Drei Zinnen Hütte angekommen machten wir Pause. Der fehlende Klettersteig ärgerte uns immer noch ein bisschen und nachdem das Wetter nun doch wieder besser aussah, musste ein Ersatzplan her: Der Toblinger Knoten. Wir lasen kurz die Beschreibung und das klang nicht schwer und auch relativ kurz. Daher suchten wir den Weg zum Klettersteig.


Zuvor bogen wir aber noch ab auf den Sextner Stein. Und das ist wirklich sehr empfehlenswert. Von dort hatten wir nochmal einen tollen Ausblick auf die Drei Zinnen und auch auf den Toblinger Knoten, der so ganz exponiert dasteht.

Dass viele Leute zur Auronzohütte mit dem Bus fahren, um dann die Drei Zinnen Umrundung zu machen, ist absolut nachvollziehbar.


An diesem Tag hatten wir sehr viele schöne Fotomomente, um das festzuhalten, was man nicht festhalten kann. Denn die Tiefe und das Variantenreichtum, das wir dort sahen, ist nur schwer auf Bildern wiederzugeben. Wir waren jedenfalls sehr glücklich, in dieser Region unterwegs zu sein.

Der Weg zum Klettersteig bietet auch nochmal schöne Ausblicke. Ein kurzes Stück Drahtseil hilft dahin und wir dachten schon, das sei schon der Start des Klettersteigs. Aber das stimmt nicht, denn der Start zeigt schon mal, auf was wir uns gefasst machen müssen.

Eine richtige Kletterpassage führt die ersten paar Meter hoch. Und wenn das Probleme macht, dann ist Umdrehen eine gute Option. Ich klettere unheimlich gern, daher waren die Bewegungen für mich gewohnt, überrascht war ich trotzdem, dass es so gleich losging. Night Owl war sich dann unsicher, entschied sich aber mir zu folgen. Zugegeben – wir hätten uns genauer informieren sollen. Mit kaum Klettersteigerfahrung ist der Toblinger Knoten nicht der richtige Klettersteig.

Wir kletterten aber weiter. Siebzehn Leitern gilt es beim Leitersteig zu bezwingen, wodurch man sehr schnell an Höhe gewinnt. Das ist auch nicht das Schwierige an dem Steig, es sind die Zwischenstellen. Entweder weil die Leitern beim Übergang doch etwas schwerer zu erreichen sind, oder weil der ganze Steig sehr ausgesetzt ist, oder eine Stelle, an der man entweder sehr weit spreizt oder – wie ich – mit den Füßen gegen die Wand treten muss.

Am Gipfel angekommen waren wir jedenfalls etwas überrascht, dass der Klettersteig als leicht angegeben wird. Bei der Abendrecherche hat sich dann auch rausgestellt, dass nicht jeder der Meinung ist 😉 .

Hinunter geht es den gemütlichen Feldkurat Hosp-Steig, der keinerlei Schwierigkeiten brachte. Das einzige, das uns schnell absteigen ließ, war die Tatsache, dass es im letzten Drittel vom Leiternsteig zu tröpfeln angefangen hatte. Zum Glück blieb es aber beim Tröpfeln und erst als wir schon unten waren, wurde der Regen etwas stärker.


Nun hatten wir nur noch gemütlichen Weg vor uns. Zuerst liefen wir wieder zur noch geschlossenen Drei Zinnen Hütte und machten auf einer Bank davor Pause. Und da trafen wir die Schweizerinnen vom Tag zuvor wieder. Beim Gespräch stellte sich dann raus, dass sie am Tag zuvor erst auf halben Weg zum Bonacossaweg gekommen waren und daher die Klettersteigstellen und das Schneefeld gar nicht kannten. Nach dem schönen Wiedersehen ging es für uns weiter den Weg 101 entlang in Richtung Büllejochhütte und Zsigmondyhütte.

Und auch dieser Weg ist sehr empfehlenswert. Es gibt auch die umgekehrte Variante vom Fischleintal über den Weg 101 zu den Drei Zinnen zu wandern – wir verstehen warum. Der Weg ist nicht schwer und die Ausblicke atemberaubend. Nach dem Toblinger Adrenalinkick ging es nun super entspannt weiter. Trotzdem ging es einige Höhenmeter hoch, bei denen wir auch merkten, dass wir schon den dritten Tag unterwegs waren. Daher gab es an der Büllejochhütte auch eine kleine Spezipause.


Richtig gemütlich war es aber nicht, da es nach wie vor recht kühl und windig war. Ab der Büllejochhütte ging es dann laut Schild vierzig Minuten bergab zur Zsigmondyhütte. Diese ist wirklich schön und gemütlich. Wir konnten warm duschen, bekamen köstliche Spaghetti Aglio Olio und hatten dann einen entspannten Abend auf der Hütte. Nach einem kurzen Spaziergang draußen, um den Zwölferkofel bei nun wieder ganz schönem Wetter zu betrachten, fielen wir schon recht früh ins Bett.

Auch der dritte Tag war spannend und wunderschön zugleich. Wir hatten traumhafte Ausblicke, den Toblinger Knoten als zumindest kurzen Klettersteig zwischendurch und waren da, wo wir hinwollten: Bei den Drei Zinnen. Wir verstehen, warum so viele dort ihren Wanderurlaub verbringen.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

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