Archiv für die Kategorie ‘Klettern’

Klettern in Muzzerone

Sonntag, 03. Juli 2022

Hallöchen zusammen!

Im Kletterführer Muzzerone gibt es die Gebiete, die zu Muzzerone gehören und die, die zu Livante Ligure gehören. Wir waren nur in Muzzerone klettern. Im Folgenden stelle ich verschiedene Klettergebiete dort vor. Parete Centrale, Cava degli anelli, Parete delle Meraviglie und Poveriera erreicht man alle vom selben Parkplatz aus, wobei die letzteren beiden einen anspruchsvolleren Zustieg haben. Cajenna ist nochmal ein Stück weiter oben und hat auch keinen einfachen Zustieg.

Parete Centrale

Parete Centrale ist “die Wand” in Muzzerone mit zahlreichen Kletterrouten. Diese war eine Zeit lang gesperrt, da die Sicherheit geprüft werden musste (so steht das auch noch im Kletterführer), mittlerweile kann man dort aber wieder klettern.

Da die Wand super schnell zu erreichen ist, bequeme Sicherungsplätze bietet und viele Routen in verschiedenen Schwierigkeiten im Angebot hat, ist sie natürlich viel beklettert. Es kann also etwas rutschig werden.

Wir waren eineinhalb Klettertage an der Parete Centrale und sind dort verschiedene 5er geklettert. Toll ist, dass es hier auch einige lange Routen gibt. Wir hatten hier schöne 30m Genusskletterrouten. Und von oben ist der Blick Richtung Meer fantastisch.

Cava degli anelli

Wenn man von Parete Centrale durch das Gebüsch ein Stück Richtung Meer läuft kommt man zur Cava degli Anelli. Das ist direkt unterhalb eines alten Steinbruchs und das ist wirklich unheimlich. Vor uns waren riesige mächtige Steinwände. Da sollte nichts runterfallen. Die Routen hier sind bis auf wenige Ausnahmen nicht so toll und eher kurz. Der einzige Vorteil ist der Schatten.

Trotzdem sind wir hier von 4c bis 6a einige Routen geklettert. Nach der Pause wechselten wir wieder zu Parete Centrale. Das kann man schon so machen, wenn man seine Ruhe haben will, aber es gibt schönere Wände in Muzzerone.

Parete delle Mareviglie

Wenn man nach der Cava degli anelli weiterläuft, kommt man zu einer Steinwand mit einem Seil und Pfeil nach unten – von dort gelangt man zu den Sektoren Spigolo, Parete delle Meraviglie, Poveriera und Polveriera.

Der Zustieg wirkt erst mal schwer, ist aber besser als gedacht. Man muss natürlich aufpassen, weil der Weg zum Teil etwas ausgesetzt ist und die Seile und Felsen zu Hilfe nehmen (manchmal ist es angenehmer den Fels zu greifen anstatt auf ein altes Seil zu vertrauen). Aber es lohnt sich, hier runterzuschauen.

Man wird belohnt mit wunderschönen Routen. Aufpassen sollte man, wenn hier mehr los ist, da die Routen zum Teil kreuz und quer gehen und es einige Mehrseillängen gibt. Wir hatten das Glück hier ganz alleine zu sein.

Und da sind wir dann einige schöne lange 5er Genussrouten geklettert. Der Fels ist rau, die Aussicht ein Traum, die Absicherung gut und der Wandfuß liegt zum Teil sogar im Schatten – perfekt zum Sichern.

Es gibt aber noch mehr hier unten, man muss nur ein kleines Stück weiterlaufen, dann erreicht man den Sektor Poveriera.

Poveriera

Poveriera (und auch Polveriera, aber so weit sind wir nicht gekommen) bietet nochmal etwas anspruchsvollere Routen, hat aber dieselbe Felsqualität wie Meraviglie und ist entsprechend schön.

Hier gibt’s auch Überhang, was wir mit der 6a+ “Viaggio in una stanza” deutlich gemerkt haben 😉 . Aber auch hier ist das Klettern wie in Meraviglie ein Genuss.

Cajenna

Cajenna erreicht man gut vom Parkplatz an der Festung, also noch ein Stück weiter oben. Oder man läuft einfach vom schon bekannten Parkplatz zur Festung. Dann folgt man ein kurzes Stück dem Wanderweg nach Porto Venere, biegt aber schon bald nach rechts in den Wald ab und folgt dem Trampelpfad bis zu einem Seil und folgt dann den Seilen bis zur Wand. Auch hier ist etwas Vorsicht geboten.

Aber dafür wird man wieder mit einem schönem Klettergebiet belohnt. Von 5a bis 7a gibt es hier alles, vor allem 6a. Direkt wenn man das Klettergebiet erreicht, kommen die ersten Routen, die zum Sichern etwas schwieriger sind, der Hauptteil der Routen ist aber sehr bequem zu sichern.

Ein paar Routen integrieren hier sogar die Festungsmauer, was sich etwas ungewohnt anfühlt. Allgemein hatten wir hier auch Routen mit etwas lockerem Material, aufpassen und Helm tragen ist hier also noch wichtiger als sowieso schon.

Wir waren im Bereich 5a bis 6a unterwegs und haben das sehr genossen. Am Morgen hatte es noch geregnet, daher waren wir etwas später dran, der Fels war aber trocken und wir hatten am Abend eine schöne Atmosphäre zum Klettern.

Muzzerone ist ein sehr schönes Klettergebiet mit dem Meer im Hintergrund – also so, wie man sich das wünscht. Die Zufahrt ist etwas abenteuerlich genauso wie einige Zustiege, dafür war aber nicht viel los (zumindest als wir da waren) und man findet schöne Kletterrouten.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Ciao Toskana: Gallicano im Garfagnana-Gebirge mit Le Rocchette

Montag, 06. Juni 2022

Hallöchen zusammen,

unser letzter Toskanastopp war in Gallicano, das im wunderschönen Garfagnana-Gebirge zwischen den Apuanischen Alpen und dem Apennin liegt. Die Region gehört zu den regenreichsten in Italien und damit auch zu einer der grünsten. Nach so viel Trockenheit und Hitze hatten wir hier das Gefühl, wieder tief durchatmen zu können. Es war endlich wieder richtig grün! Und wie auch an den Orten zuvor, waren wir hier leider nur recht kurz und hatten zwei Klettertage.

Die Klettergebiete befinden sich in den Bergen und das Hauptklettergebiet ist hier Le Rocchette. Es gehört zu den ältesten Sportklettergebieten der Toskana und liegt im Wald. Daher war es hier auch vergleichsweise kühl. Es gibt sehr viele Sektoren, verschiedene Schwierigkeitsgrade von ganz leicht bis ganz schwer und verschiedene Kletterei. Und wenn man aus dem Wald rausgeklettert ist, hat man einen wunderschönen Blick auf die Gebirgslandschaft.

Am ersten Tag sind wir im Sektor “A Sinistra del Bivacco” geklettert, also links vom Biwak 😉 . Am Anfang sind wir ein paar kürzere 15m Routen in einer Höhle geklettert. Die waren recht rutschig und fordernd, da man zum Teil irgendwie recht eingeklemmt war. Danach sind wir einmal rum zu den längeren 30m Routen und hatten da unseren Spaß. Ich bin sogar eine wunderschöne 6a+ vorgestiegen. An dieser Stelle wollten wir am Tag drauf weitermachen.

Voller Vorfreude ging es wieder zum Sektor “Sinistra del Bivacco” und wir kletterten zum Einstieg zwei lange Genuss-5b. Das fordernde war dann die 6b Coca Cola, die vor allem wegen der ersten fünf Meter schwer bewertet ist.

Nach der Mittagspause wechselten wir zum Sektor “Il Colle (La Focetta)”. Unser Schwerpunkt war hier die wunderschöne 6b+ Stratovirus. Lang und “bouldery” ist sie, für mich nur mit Pausen machbar, aber mit wirklich tollen Bewegungen. Und damit waren wir auch am Ende unserer Kräfte. Ach wie schade!

An beiden Tagen waren neben uns noch andere italienische Kletterer und Kletterinnen vor Ort, vor allem am zweiten Tag war es gut gefüllt. Da das Klettergebiet aber so groß ist, verläuft sich das gut. Noch ein kleiner Hinweis zum Parkplatz: Man braucht hier tatsächlich ein Parkticket – kaum zu glauben, aber das muss man sich schon ein gutes Stück vorher holen.

Durch Zufall sind wir nach Gallicano gekommen, hatten dort immer wieder nach einer Unterkunft gesucht und plötzlich war wieder was frei. Und damit haben wir nicht nur eine Region kennengelernt, die uns sehr gut gefallen hat, auch die Unterkunft bei einer wahnsinnig netten Italienerin trägt ihren Teil dazu bei, dass wir so gerne an die paar Tage in Gallicano zurückdenken. Wir sind sehr dankbar für diesen Zufall, da uns sonst einer der schönsten Abstecher gefehlt hätte – hier kommen wir auf jeden Fall mal wieder hin.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Sechster Toskanastopp: Montevarchi und Massanera

Sonntag, 05. Juni 2022

Hallo zusammen,

nach Castelfiorentino ging es weiter ins Chiantigebiet nach Montevarchi. Das war unser Ausgangspunkt für das Klettergebiet Massanera in der Nähe von Reggello. Das war zwar etwas weiter weg, aber etwas näheres gab es um Ferragosto nicht. Montevarchi selber hatte uns leider etwas enttäuscht, aber das Klettergebiet war wieder ein besonderes Erlebnis.

Wie üblich in Italien muss man sich auch beim Weg nach Cascina Vecchia zum Schluss auf eine enge Schotterstraße einstellen. Es waren nicht so große Schlaglöcher wie in San Vivaldo, aufpassen sollte man trotzdem. An Ferragosto war hier gewaltig was los, am Tag drauf gar nichts mehr. Der Parkplatz befindet sich direkt bei einer Unterkunft, die einen Jugendherbergscharakter hat. Von dort läuft man zum Poggio Massa Nera und findet den Klettergarten direkt unterhalb des Gipfelkreuzes.

Es wartet ein schöner Sandsteinklettergarten, der nicht allzu groß ist, aber ausreichend Routen für zwei bis drei Tage bietet. Die Schwierigkeiten sind hier zwischen 4a und 7a mit bis zu 30 Metern. Wir haben uns hier zwei Tage ausgetobt und mal wieder ein neues Klettergefühl genossen: Sandstein. Der zweite Sandsteinklettergarten neben Buca delle Fate, allerdings viel besser abgesichert.

Am ersten Tag starteten wir mit einer 4c, um Gefühl für den Fels zu bekommen und beendeten den Klettertag mit einer 6a+. Wie üblich verlangt der Sandstein Fußarbeit und Fußvertrauen, wobei es hier auch ein paar Überhänge gab. Am zweiten Tag lag unser Fokus auf einigen 6a. An beiden Tagen waren wir nicht allein, an Ferragosto waren zwei italienische Kletterpärchen mit uns da, am Tag drauf eines und später kam noch eine italienische Familie dazu – da wurde es dann richtig laut 😉 .

Die Aussicht ist übrigens wunderschön in Richtung Amiata Gebirge – von den Kletterrouten aus genauso wie vom Gipfel Poggio Massa Nera. An beiden Tagen war es wieder sehr warm, aber auch hier gibt es zumindest am Wandfuß ein paar Schattenplätzchen.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Fünfter Toskanastopp: San Vivaldo

Sonntag, 05. Juni 2022

Hallöchen zusammen,

nach unserem vierten Toskanastopp Siena (nach dem Ausflug nach Latium), folgte nun der fünfte Stopp. Unsere Unterkunft war in Castelfiorentino, das Klettergebiet San Vivaldo. Hier hatten wir zwar auch weit über 30 Grad, aber dafür Wald mit Schatten. Und wenn man das Klettergebiet erst mal gefunden hat, ist es ein Traum!

Im Kletterführer (Toskana und Elba, Versande Sud) sind QR Codes, die zum Klettergebiet führen. Bei diesem Gebiet führte uns das aber total in die Irre und wir suchten an der ganz falschen Stelle nach der Wand. Auch die Abbildung mit Straßen und Städtenamen ist falsch. Irgendwann kombinierten wir dann die Beschreibung mit einer Beschreibung aus dem Internet. Wichtig ist die Information, dass man in Richtung Santuario Madonna della Pietrina muss, dabei zuerst in Richtung Palagio und dann in Richtung Pietrina. Das ist eine Wallfahrtskapelle oberhalb des Klettergebiets mit traumhafter Aussicht. Aber Achtung, es handelt sich um eine steile Schotterstraße mit einigen Schlaglöchern.

Der Parkplatz ist dafür groß und bequem und von dort läuft man einfach in Richtung Kapelle. Kurz davor führt ein Weg zu den Felsen. Und damit erreicht man noch ein Kletter-Highlight in der Toskana, zumindest wenn man wie wir eher in gemäßigten Schwierigkeitsgraden unterwegs ist. Bis auf eine 7a gibt es keine schweren Routen, was an dem griffigen Fels mit seiner schönen Struktur liegt. Noch dazu gibt’s hier zumindest im Wald Schatten und genug gemütliche Pausenplätze.

Wir waren zwei Mal in San Vivaldo, hätten uns aber durchaus vorstellen können nochmal zu kommen. Beim ersten Mal starteten wir gemütlich im unteren Bereich: Im Sektor Ercole mit zwei 20m Vierern und kletterten dann den Sektor Il Botro ab. Das waren sieben Routen zwischen 5a und 5c zwischen 10 und 20 Metern. Das war richtig schönes Genussklettern, das trotz der Hitze gut funktionierte, da wir im Wald geschützt waren. Wir genossen es, wieder angenehmeres Klima zu haben.

Am zweiten Tag blieben wir im oberen Bereich. Dieser liegt mehr in der Sonne, hat aber die interessanteren Routen. Wir kletterten in den Sektoren Masso del becco und Massa staccato Routen zwischen 6a und 6c und zum Abschluss noch 5b und 5c. Gehen wollten wir dann eigentlich noch nicht, aber wir konnten nichts mehr halten. Hier hätte es noch die ein oder andere interessante Route gegeben.

San Vivaldo ist ein sehr schöner Klettergarten, gut ausgestattet mit interessanten Routen. Der Zustieg ist – wenn man den Parkplatz erst mal gefunden hat – nicht allzu lang (auch das steht falsch im Kletterführer) und durch den Wald gibt es auch Schatten.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Klettern bei Norma: Placche Rosse

Dienstag, 03. Mai 2022

Hallo zusammen,

unser Klettergebiet bei Norma war direkt unterhalb des Ortes. Zu Fuß dauerte es etwas über eine Stunde dorthin, mit dem Auto fünf Minuten. Egal von wo man kommt, man muss ein Stück an der Straße entlang laufen und da sollte man schon gut aufpassen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist hier scheinbar nur eine Empfehlung 😉 .

Der Zustieg dann ist auch etwas anstrengend und geht zum Teil durchs Gebüsch, dafür hatten wir eine Vielzahl von Routen vor uns, die auch noch gut abgesichert waren. Das war unser Kletterspielplatz für die Tage in Norma. Und im Sommer seid ihr hier alleine – es ist Südausrichtung. Am ersten Tag kletterten wir eine 4b und ein paar 5er: La pera, Giovani Rampolli, Infrasettimanale, Nessuno è perfetto und C.C.C.P. Es ist ein wirklich schönes Gebiet.

Am nächsten Tag kamen wir erst am Abend, was deutlich erträglicher war. Wir kletterten Hard lisc und Melanio zum Aufwärmen und näherten uns dann den schwereren 6a bis 6b+ an: Drakulesco, Pretty Woman und Lecca Lecca. Von da an wussten wir, dass klettern am Abend eine gute Idee ist. Und auch da waren die Finger noch rutschig genug.

Die nächste Abendsession war etwas kürzer und wir waren nicht allein am Fels – ein Vater mit seinen Kindern war da und wir stiegen für ihn La pera vor, damit er dort die Kinder im Toprope an den Fels lassen konnte. Auch wenn es etwas gedauert hatte, bis wir seinen italienischen Dialekt verstanden hatten 😉 . Wir wechselten dann zu Trachiellezza und zum Abschluss wieder schwerer Sandrokan E I Pigrotti Della Falesia. Und dann wurde es auch schon dunkel und wir liefen wieder zurück.

Der nächste Tag war besonders schwül. Allein der Zustieg zum Fels forderte mich ganz schön. Die Hitze ist einfach überall, es gab kaum ein schattiges Plätzchen und schon gar nichts Kühlendes – selbst der Fels fühlte sich an wie ein warmer Ofen. Nach einer ausführlichen Trinkpause ging’s los mit Klettern: Fess…urrà, Moda, Spigolo del congedo und Perchè no? – ja, warum nicht 😉 ?

 

An unserem letzten Tag wurden wir mit ein paar Wolken belohnt. Daher waren wir auch schon am Nachmittag am Fels und genossen es, dass es etwas kühler war. Wir kletterten nun ganz rechts noch ein paar unbekannte Routen: Scout, Ursus, Strapiombetti, Diedro rosso und Diedro di Roberto.

Und damit verabschiedeten wir uns von Placche Rosse und unserer Lieblingsfeige am Fels, die uns die Tage immer wieder leckere Früchte geschenkt hatte. Es ist ein sehr schönes Gebiet mit einer großartigen Auswahl, aber sicherlich viel geeigneter für die Wintermonate. Im Sommer ist es – ja, da muss man ehrlich sein – eigentlich zu heiß 😉 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂