Mit ‘Berchtesgadener Land’ getaggte Artikel

Alle Jahre wieder: Watzmann-Hocheck (2651 m)

Sonntag, 24. August 2014

Hallöchen zusammen,

letztes Jahr war’s eher ungeplant, dass wir das Watzmann-Hocheck besucht hatten. Dieses Jahr war’s so geplant, weil wir genau das wollten, das uns das letzte Mal so überrascht hatte: Viele Höhenmeter, einen langen Aufstieg und technisch ein bissl anspruchsvoller. Und es hat Spaß gemacht 🙂 .

Früh am Morgen sind wir nach Schönau gefahren, um dort wieder vom Parkplatz Hammerstiel aus zu starten. Dichte Wolken waren am Himmel, es bestand aber keine Regengefahr. Erstes Ziel sollte sowieso erst mal das Watzmannhaus sein. Gut gelaunt wanderten wir los und waren wieder auf dem altbekannten Weg: Zuerst ein ganzes Stück Forstweg durch den Wald, dann kommt man aus dem Wald und wandert an den Almen vorbei: Stubenalm, Mitterkaser Alm und Falzalm. Zwischen Mitterkaser Alm und Falzalm durchwanderten wir wieder diesen schönen Serpentinenweg umgeben von bunten Blumen und wilden Pflanzen. Dann folgte das letzte Stück zum Watzmannhaus, das ich irgendwie kürzer in Erinnerung hatte, aber auch das war schnell geschafft und dann waren wir im Watzmannhaus.

Wie schon das Jahr davor machten wir dort Pause. Etwas zu trinken und zu essen, um Energie zu tanken für den Hauptteil unserer Wanderung – den Aufstieg zum Hocheck. Wir waren schneller am Watzmannhaus als noch das Jahr zuvor und hatten ausreichend Zeit für’s Hocheck. Und der Himmel war nun auch nicht mehr weiß sondern weiß-blau 🙂 .

Hocheck2014_1

Am Anfang wanderten wir ganz gemütlich über Schotter, nach und nach wurde es felsiger und die Wanderstöcke kamen in den Rucksack, um nicht zu stören. Mit den Händen festhalten ist oft sehr hilfreich. Wir wanderten recht zügig, schneller als das Jahr zuvor. Nach einem Drittel etwa stießen wir auf eine Gruppe Wanderer, von denen einer schon ziemlich am Ende war. Nachdem man den Gipfel schon nicht mehr sehen konnte und dieser eingehüllt war von einer Wolke, fragten sie uns, wie weit es noch sei. Wegen Regengefahr entschied sich die Gruppe dann zum Glück umzudrehen.

Wir wanderten weiter und kamen schon bald in die Wolke hinein. Trotzdem ging es ganz gut. Dieses Mal hatten wir keine Schneefelder auf dem Weg und dadurch auch keine kritischen Passagen. Und so kam das Gipfelkreuz dann doch überraschend schnell. Sehen konnten wir es erst kurz vor Ankunft, da uns der Nebel die Sicht versperrte und irgendwie war das Gefühl vom nie ankommen vom letzten Jahr noch so präsent, dass ich ganz überrascht war, schon am Gipfel zu sein.

Hocheck2014_2 Hocheck2014_3

Und da war sonst fast keiner. In der Wolke im Nebel saßen wir auf der altbekannten Bank und packten unsere Brotzeit aus. Ein Blick auf die Uhr bestätigte das Gefühl, dass wir dieses Mal schneller aufgestiegen waren (eine halbe Stunde), was sicherlich auch durch die nicht vorhandenen Schneefelder zu erklären ist.

Während wir unsere zweite Brotzeit aßen, lichtete sich die Wolkendecke etwas und wir konnten doch ein bisschen Ausblick genießen. Zu lange wollten wir aber auch nicht verweilen, weil für den späten Nachmittag Gewitter angesagt waren. Also packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns wieder auf den Weg ins Tal.

Hocheck2014_4 Hocheck2014_5 Hocheck2014_6

Was für eine unvergleichliche Landschaft! Weit sehen konnten wir nicht, es war still um uns rum und wir wanderten über die Felsen. Das gibt schon ein einzigartiges Gefühl. Wir konnten nicht sehen, wo es hinging und wo wir herkamen, um uns rum nur Fels und Stein. Beeindruckend war das!

Der Abstieg vom Hocheck verlief recht gut. Auch hier erinnerte ich mich an die Schneefelder vom Jahr zuvor, bei denen ich doch sehr vorsichtig war, um nicht abzurutschen. Mit dem Fels war das schon ein viel besseres Gefühl.

Hocheck2014_7 Hocheck2014_8
Hocheck2014_9 Hocheck2014_10

Die Knie meldeten nach einer Weile Überanstrengung an, aber mit einem zusätzlichen Müsliriegel war auch das kein Problem mehr. Es machte Spaß, über die Felslandschaft zu wandern. Aufpassen wo man hintritt, hin und wieder die Hände benutzen – das war schon was anderes als einen Forstweg entlang zu laufen.

Die Wolke hinter uns verdichtete sich immer mehr. Faszinierend war es, als wir aus der Wolkenschicht herauskamen. Die Grenze zwischen Wolke und Nicht-Wolke war klar zu sehen.

Hocheck2014_11

Nun kam der leichtere Teil und wir wanderten über den Schotterweg wieder zum Watzmannhaus. Kurz überlegten wir, ob wir nochmal Pause machen sollten, entschieden uns aber dagegen. Also wanderten wir wieder in Richtung Hammerstiel.

Der Blick zurück zum Hocheck zeigte, dass die Wolkenschicht immer dichter wurde und tiefer kam. Wir hatten einen guten Zeitpunkt erwischt, auf dem Gipfel zu sein. Nun sah man schon, dass sich die Nachmittagsgewitter näherten.

Hocheck2014_12

Also wanderten wir zügig bergab. Und da trafen wir wieder die Wandergruppe von zuvor. Sie fragten uns, wie weit wir denn noch gewandert seien. Dann meinten sie zu uns, dass sie eigentlich die ganze Überschreitung machen wollten. Da war ich dann doch erst mal sprachlos – um die Uhrzeit noch, mit dieser Kondition und Ausrüstung bei angesagtem Gewitter am Nachmittag? Zum Glück, hat sich die Wolke dazwischen geschoben und die Gruppe davon abgehalten.

Wir überholten die Gruppe und wanderten zum Parkplatz. Kurz bevor wir ankamen, fing auch der Regen an. Die ersten paar Tropfen bekamen wir noch mit, das Schütten dann aber erst im Auto. Auch zeitlich war es also richtig perfekt gelaufen.

Das Watzmann-Hocheck, jedes Mal wieder ein Genuss und endlich mal wieder richtig angenehme Erschöpfung nach dem Wandern. Wir kommen sicher wieder – irgendwann auch mal weiter, als nur bis zum Hocheck 😉 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Vierte Wanderung: Almbachklamm und Ettenberg

Sonntag, 21. Juli 2013

Marktschellenberk Parkplatz Kugelmühle – Sulzer Wasserfall – Ettenberg – Wanderweg Hammerstiel – Marktschellenberg Parkplatz Kugelmühle

Hallöchen!

Unser letzter Tag war angebrochen, aber im Gegensatz zu den Tagen davor wurden wir nicht von den Sonnenstrahlen, sondern vom Regenprasseln geweckt. Das passte so gar nicht zum Tagesplan, aber vielleicht würde sich das ja noch ändern. Die Koffer waren wieder gepackt, die Wanderausrüstung im Rucksack und wir wollten uns verabschieden. Als wir unserer Pensionsleiterin von unserem Plan erzählten, auf den Predigtstuhl zu wandern, hielt sie uns davon ab. Das könne sie uns bei dem Wetter nicht guten Gewissens empfehlen. Als Alternative schlug sie uns eine Klamm vor, die sei auch bei Regen schön.

Da es immer noch regnete als wir losfuhren, entschieden wir uns, die Abschlusswanderung nach Marktschellenberg zur Almbachklamm zu verlegen. Vor ein paar Jahren waren wir schon mal dort gewesen und hatten immer noch schöne Bilder im Kopf. Nach den Unwettern war die Klamm gesperrt gewesen und nun den ersten Tag wieder offen, perfekt für unseren Besuch.

BGL_Almbachklamm_1

Gleich zu Beginn hat man die erste Sehenswürigkeit: Die über 300 Jahre alte Marmorkugelmühle am Eingang der Klamm. Für uns heißt sie auch deshalb Kugelmühlenklamm, schließlich bleibt einem das Bild besonders in Erinnerung.

BGL_Almbachklamm_2

Wenige Meter weiter kommt das Kassenhäuschen, für drei Euro kann man dann durch die Klamm wandern. Und schon bald geht man entlang der Schlucht und kann die Almbach bei ihrem Weg ins Tal beobachten. Am Rande findet man immer wieder Informationstafeln, die über die Entstehung der Klamm sowie Flora, Fauna und Geologie aufklären.

BGL_Almbachklamm_3BGL_Almbachklamm_4
BGL_Almbachklamm_5BGL_Almbachklamm_6

Einzigartig ist das Wasser, das je nach Geschwindigkeit und Untergrund die Farbe ändert, genauso beeindruckend wie die vom Almbach geschaffenen Felsformationen. Über Brücken und Stege wanderten wir und sahen noch Spuren des Unwetters. Das Geländer am Rand war teilweise verbogen, Brücken waren neu gebaut. Unglaublich, was für eine Kraft was Wasser entwickeln kann!

BGL_Almbachklamm_7BGL_Almbachklamm_8

Bei unserer Wanderung kam das Wasser aber nicht nur die Klamm entlang, sondern auch direkt von oben. Nachdem der Regen zu Beginn kurz aufgehört hatte, fing es nun langsam wieder an.

BGL_Almbachklamm_9

Anstatt weniger zu werden, kamen wir in richtigen Platzregen. So wurden wir nach und nach so richtig nass und waren ganz froh, bei dem Wetter nicht auf einem Gipfel zu stehen – da hätten wir wohl gar nichts gesehen.

BGL_Almbachklamm_11

Zum Glück lag ein Tunnel auf unserem Weg, in dem wir uns eine Weile verstecken konnten. Da der Regen aber nicht aufhören wollte, wanderten wir nach dieser Pause weiter. Schließlich hatten wir ja eine Regenjacke dabei.

BGL_Almbachklamm_10

Das nächste Ziel war der Sulzer Wasserfall, der nochmal die ganze Kraft des Wassers zeigte. Danach liefen wir ein Stückchen zurück und bogen richtung Ettenberg ab. Durch den Wald liefen wir nach oben, auch dort warten noch deutliche Spuren des Unwetters zu sehen.

BGL_Almbachklamm_12

Durch Pfützen und Schlamm ging es richtung Ettenberg, der Regen wurde aber zum Glück wieder leichter. An der idyllisch gelegenen Barockkirche Maria Heimsuchung angekommen, hörte es dann komplett auf. Durch den Regen stieg Nebel von der Wiese auf und tauchte die Umgebung zusammen mit der Kirche in eine ganz besondere Atmosphäre.

BGL_Almbachklamm_13

Wir waren zwar durchnässt, da es aber warm genug war, störte das nicht. Als Abstieg wählten wir den Hammerstiel Wanderweg, der direkt wieder zum Parkplatz führt. Durch den Wald ging es wieder bergab und wir kamen an unserem Ausgangspunkt wieder an. Zum Glück hatten wir unser ganzes Gepäck dabei und somit ausreichend Wechselklamotten, denn nun ging es wieder nach Hause.

Viel hatten wir erlebt, sind voller Eindrücke und haben zahlreiche Bilder im Kopf. Der Urlaub im Berchtesgadener Land war nun vorbei, aber die Wanderungen, die wir machen wollten, noch lange nicht alle abgelaufen. Daher: Auf ein baldiges Wiedersehen :-)!

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

P.S.: Den zugehörigen Bericht auf HikeSociety findet ihr hier.

Pausentag: Salzbergwerk, Berchtesgaden und Obersalzberg

Donnerstag, 18. Juli 2013

Hallöchen!

Nach drei Tagen wandern waren die Beine dann wirklich müde genug, so dass eine Pause sein musste. Das Wetter war an diesem Tag wie angekündigt ein Wechsel aus Regen, Wolken und Sonnenschein. Für unsere Pläne war das gerade richtig, denn wir wollten einen Teil der örtlichen Sehenswürdigkeiten besuchen.

BGL_salzbergwerk_1

Unser erstes Ziel war das Salzbergwerk Berchtesgaden. Das letzte Mal war ich noch ein Kind, als ich dort war, und ich konnte mich noch gut an die Bahn, den Mantel und an die Rutschen erinnern. Das Drumherum war aber schon nahezu vollständig vergessen. Daher waren wir gleich bei der ersten Führung am Morgen dabei und fuhren mit einem echten Bergmann in das unterirdische Stollensystem. Seit 1517 wird in Berchtesgaden Salz abgebaut und das geschieht dort auch heute noch. Auf dem Weg durch das Salzbergwerk kommt man zuerst in die Salzkathedrale, in der simuliert wird, wie der Salzabbau funktioniert. Dann rutscht man nach unten – auch als großes Kind sind die Rutschen immer noch mein persönliches Highlight ;-). Nach der Steinsalzgrotte zu Ehren Ludwig II. und einem gelungenen Modell zum Salzabbau, lernt man verschiedene Geräte kennen, die zum Salzabbau notwendig sind. Beeindruckend ist dabei, wie viel Zeitersparnis die neueren Geräte bringen. Nachdem wir in der Schatzkammer alles Wissenswerte über das Salz erfahren hatten, kamen wir zur nächsten Rutsche und zu einem weiteren Highlight: Der Fahrt über den Spiegelsee. Hier fand ich die Lichtshow doch etwas übertrieben, aber ansonsten hielt sich das zum Glück in Grenzen. Zum Schluss ging’s mit einem Aufzug wieder richtung Bahn und mit einem Minisalzstreuer in der Hand fuhren wir wieder ins Freie. Richtig schön war es, nach so vielen Jahren mal wieder im Salzbergwerk gewesen zu sein und wieder war’s so spannend wie damals :-).

BGL_salzbergwerk_2

Als nächstes spazierten wir durch die Stadt Berchtesgaden. Bis wir zu unserem nächsten Ausflugsziel wollten, hatten wir noch etwas Zeit und die ließ sich wunderbar mit gemütlichem Schlendern und Kaffee und Kuchen vertreiben. Berchtesgaden hat einen schönen Stadtkern, in dem sich sogar ein Schloss befindet. Dort sind wir aber nicht rein, sondern an den Geschäften vorbei gebummelt und haben es uns dann in einem Café gemütlich gemacht.

BGL_salzbergwerk_3

Das nächste Ziel des Tages war der Obersalzberg. Dort befindet sich ein Dokumentationszentrum mit einer Ausstellung über die Geschichte des Obersalzbergs. 1999 wurde sie eröffnet und zeigt seitdem den Besuchern, was sich an diesem Ort abgespielt hat, aber auch allgemein die NS Diktatur. Wir machten eine Führung mit, die sozusagen vom Hellen ins Dunkle führt, zum Schluss befindet man sich in der Bunkeranlage des Obersalzbergs. Traurig und bedrückend ist die Stimmung und immer wieder unfassbar, was in der Vergangenheit passiert ist. Trotzdem ist es wichtig, diesen Teil der Geschichte zu kennen.

Nach diesem zweiten Ausflug am Nachmittag fuhren wir wieder zurück zur Pension. Den Besuch muss man dann doch erst mal für sich verarbeiten.

Nun war der letzte Abend in Berchtesgaden gekommen. Mit einem Kinobesuch in Salzburg schlossen wir unseren Ruhetag und somit letzten ganzen Tag im Berchtesgadener Land ab.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Dritte Wanderung: Grünstein (1304m), Kührointalm (1420m) und Rinnkendlsteig

Sonntag, 14. Juli 2013

Kunsteis Bob- und Rodelbahn am Königssee – Grünsteinhütte – Grünstein – Grünsteinhütte – Kührointalm – Archenkanzel – Rinnkendlsteig – St. Bartholomä – Anlegestelle St. Bartholomä – Anlegestelle Salet – Anlegestelle Königssee

Hallöchen!

Nachdem wir die ersten zwei Tage im Berchtesgadener Land recht anstrengende und lange Touren gewandert waren und wir nun doch schon deutlich unsere Beinmuskeln spürten, wollten wir den dritten Tag entspannt angehen. Geplant wären eigentlich Sehenswürdigkeiten vor Ort gewesen. Als wir das beim Frühstück unserer Pensionsleiterin erzählten, erfuhren wir aber, dass das Wetter die folgenden Tage schlecht werden sollte. Daher entschieden wir uns, die Pause zu verschieben und ließen uns von ihr einen Tipp für eine leichtere entspannendere Tour geben. Start dafür war die Kunsteis Bob- und Rodelbahn am Königssee.

Die Rucksäcke waren wieder bepackt, die Wanderstöcke eingestellt und wir liefen vom Parkplatz aus richtung Grünstein. Zuerst wanderten wir ein Stückchen auf der Straße neben der Bobbahn, dann bogen wir in den Wald ab und der Weg wurde schöner. Die Oberschenkel schmerzten, das Tempo war an dem Tag etwas langsamer und der Müsliriegel kam auch schon früher zum Einsatz, aber dafür wurden wir mit einer schönen Natur belohnt. Der Pfad der sich nach oben schlängelte hatte wieder eine urwaldartige Umgebung. Zum Glück waren auch große Teile im Schatten, da die Sonne an diesem Tag ganz schön runterbrannte. Die heiße und schwüle Atmosphäre machte den eigentlich leichten Aufstieg anstrengender.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_1BGL_GruensteinRinnkendlsteig_2

Nachdem wir den Urwald hinter uns gelassen hatten und über etwas lichterem Pfad nach oben gewandert waren, kam auch schon die Grünsteinhütte. Die war aber nicht das Ziel, sondern der Gipfel des Grünsteins auf 1304m, für den man noch etwa zehn Minuten weiterläuft.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_5

Dort erwartete uns ein traumhaftes Panorama mit Blick auf den Königssee genauso wie einem herrlichen Blick auf den Watzmann.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_3

Das erinnerte uns an die Tour vom vergangenen Tag und ließ uns nochmal nachverfolgen und staunen, wo wir da entlang gewandert waren. Nachdem wir den Ausblick genossen hatten, wanderten wir wieder ein Stück abwärts und setzten im Schatten unsere Pause fort.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_4

Unser nächstes Ziel war die Kührointalm auf 1420m. Wieder zurück an der Grünsteinhütte folgten wir einem Pfad durch den Wald. Wir wanderten immer an der Kante des Berges und hatten so immer wieder einen Blick richtung Königssee. Man verschwindet aber auch mal richtig im Wald und wir hatten so nicht nur Schatten, sondern auch nochmal eine sehr schöne Natur um uns. Nachdem wir den Wald verlassen hatten, folgte das letzte Stück richtung Kührointalm. Das war leider eine sehr breite Forststraße die komplett in der Sonne liegt. Landschaftlich war einzig der Blick auf den Watzmann schön.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_6BGL_GruensteinRinnkendlsteig_7

Bei der Kührointalm angekommen nutzten wir die Gelegenheit und besuchten die dort liegende Nationalpark-Informationsstelle. Ein Video erklärt, was „Natur Natur sein lassen“ bedeutet, man erfährt, wie die Monokultur einen natürlichen Wald zerstört und was es mit dem Borkenkäfer auf sich hat. Nach dieser lehrreichen Pause wanderten wir weiter zur Archenkanzel (1346m).

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_8

Von der Archenkanzel hatten wir einen traumhaften Blick auf den Königssee. Von dort aus sahen wir schon, wie weit wir nun runtersteigen würden. Ein Fruchtriegel diente uns als Stärkung für den nächsten Abschnitt: Den Rinnkendlsteig.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_9

Dabei handelt es sich um eine schwarze Route mit ausreichend Seilsicherungen, die auf einem schmalen Pfad nach St. Bartholomä führt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf jeden Fall erforderlich, denn direkt neben dem Pfad geht es meist steil nach unten.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_10BGL_GruensteinRinnkendlsteig_11

Anfangs ging es noch einfach durch den Wald, wir waren aber schon bald auf schmalem Pfad und damit kamen auch die ersten Seilsicherungen. Aber gerade das machte den Reiz der Strecke aus und dazu hatten wir ständig einen wunderschönen Blick auf den Königssee.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_12

Zum Schluss zog sich der Weg, wir liefen noch ein recht langes Stück durch den Wald, kamen über Serpentinen immer weiter nach unten und näherten uns so dem Königssee und St. Bartholomä.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_13

Jetzt spürten wir wieder die Anstrengungen der letzten Tage und so war das letzte Stück gefühlt ganz besonders lang. Aber dann hörten wir schon das Wasser und die Wellen auf dem See und irgendwann standen wir dann auch endlich davor.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_14

Wir blickten auf den See, waren froh, unser Ziel erreicht zu haben und schlenderten langsam zur berühmten Kirche von St. Bartholomä. Hier tummelten sich die Touristen, denn die Kirche von St. Bartholomä ist sicher eines der bekanntesten und beliebtesten Ausflugsziele im Berchtesgadener Land.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_15

Um dem großen Trubel etwas zu entkommen, entschieden wir uns für eine längere Rückfahrt: Zuerst nach Salet und über St. Bartholomä zurück zu unserer Ausgangsstation und dem Beginn des Königssees. Die Schifffahrt am Ende war nochmal richtig schön.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_16

Wir blickten auf die Steilwände neben uns und versuchten unsere Wanderung zu rekonstruieren, blickten auf den See und dessen Umgebung von verschiedenen Richtungen und genossen die Aussicht. Eine Fahrt auf dem Königssee gehört zu einem Urlaub im Berchtesgadener Land schließlich irgendwie dazu.

BGL_GruensteinRinnkendlsteig_17

Nach diesem schönen Abschluss unserer Wanderung ging es zurück zum Parkplatz und damit zur Pension. Die Beine schmerzten schon wieder – oder immer noch – aber das war es Wert gewesen. Die Highlights der Tour waren der Grünstein und der Abstieg über den Rinnkendlsteig, was beides traumhafte Ausblicke verspricht. Und die Fahrt über den Königssee. So konnte die Pause ruhig bis zum nächsten Tag warten.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

P.S.: Den zugehörigen Bericht auf HikeSociety findet ihr hier.

Zweite Wanderung: Watzmannhaus (1930m) und Hocheck (2651m)

Dienstag, 09. Juli 2013

Parkplatz Hammerstiel – Stubenalm – Mitterkaser Alm – Falzalm – Watzmannhaus – Hocheck – Watzmannhaus – Falzalm – Mitterkaser Alm – Stubenalm – Parkplatz Hammerstiel

Hallöchen!

Auch am zweiten Tag im Berchtesgadener Land begrüßte uns am Morgen die Sonne. Beim Frühstück in unserer Pension konnten wir schon den Blick zum Watzmann genießen. Das war für diesen Morgen genau richtig, denn das Ziel des Tages war das Watzmannhaus. Nachdem die Rucksäcke wieder gepackt waren, fuhren wir zuerst nach Berchtesgaden zum Berchtesgadener Land Tourismus. Dort begrüßte uns Christian und erklärte uns kurz unsere Aufgaben als Wanderwegetester. Und dann waren wir auch schon auf dem Weg zum Parkplatz Hammerstiel, dem Ausgangspunkt der Wanderung zum Watzmannhaus.

Am Parkplatz angekommen waren wir verwundert, wie hoch dieser schon liegt. Wir liefen zum ersten Wegweiser und wussten dann auch warum: Fünf Stunden bis zum Watzmannhaus. Da lag wohl eine ordentliche Strecke vor uns. Aber der Weg war breit und angenehm und hatte nur selten anstrengende Steigungen. So kamen wir ganz gut voran. Wir sahen immer wieder Schilder einer „Herz-Kreislauf-Wanderung“, die die Wanderung in elf verschiedene Abschnitte einteilen. So konnten wir recht gut mitverfolgen, wie viel Strecke wir schon zurückgelegt hatten. Das erste Teilstück verlief durch den Wald. Als das vorbei war, kam auch schon die erste Alm auf unserem Weg: Die Stubenalm.

BGL_Watzmannhaus_2

Ein erneuter Blick auf den Wegweiser bestätigte, dass fünf Stunden wohl doch etwas übertrieben waren. Demnach hätten wir zu dem Zeitpunkt schon eineinhalb Stunden unterwegs sein müssen, das war aber maximal die Hälfte. Nach einer kurzen Trinkpause liefen wir weiter. An einem steileren Stück wurden wir plötzlich von einem Auto überholt. Wir schauten uns kopfschüttelnd an und ich konnte es nicht lassen, mich über Klischees, die man mit einem Münchener Kennzeichen in Verbindung bringt, auszulassen. Dass wir selbst fast Münchener sind, verschweige ich dabei gerne. Wenig später sahen wir das mittlerweile geparkte Auto und drei Herren aussteigen und loswandern.

BGL_Watzmannhaus_3

Unser nächster Höhepunkt war die Mitterkaser Alm. Damit hatten wir wieder eine Station auf unserem Weg erreicht und gönnten uns einen Nussriegel für den weiteren Aufstieg. Dieser führte in Serpentinen entlang durch eine wunderschöne Waldwiese voller bunter Blumen. Nun wurde die Wanderung steiler, aber dafür landschaftlich noch reizvoller. Daher war der weitere Weg nur halb so anstrengend und schon bald verließen wir diesen paradiesischen Abschnitt und kamen zur Falzalm.

BGL_Watzmannhaus_4

Nun war das Watzmannhaus schon deutlich zu sehen und wir wanderten das letzte Teilstück nach oben. Über viele Serpentinen geht es auf einem steinigen, aber sicheren Weg nach oben.

BGL_Watzmannhaus_5

Nach der letzten steileren Anstrengung erreichten wir dann das Watzmannhaus auf 1930m. Von dort hatten wir einen traumhaften Ausblick ins Tal. Wir holten uns etwas zu trinken, aßen eine Kleinigkeit und blickten auf die Uhr. Zweieinhalb Stunden hatten wir gebraucht und es war gerade mal Mittag. Nun schon wieder zum Abstieg aufzubrechen erschien uns irgendwie sinnlos. Ein anderer Wanderer fragte uns, was wir noch vorhätten. Vermutlich Abstieg. Er würde noch auf’s Hocheck gehen. Damit verabschiedete er sich. Und wir entschieden uns dafür, zum Wegweiser vor dem Watzmannhaus zu laufen und dann zu entscheiden.

BGL_Watzmannhaus_6

Auch die drei Männer, die ein gutes Stück mit dem Auto zurückgelegt hatten, waren im Watzmannhaus. Nun sahen wir aber auch, warum: Sie hatten Pläne ausgebreitet und waren wohl für den Umbau des Watzmannhauses verantwortlich. Da nahm ich meine falschen Beschuldigungen wieder zurück, dann war die Anfahrt vielleicht doch irgendwie gerechtfertigt. Nun liefen wir zum Wegweiser.

BGL_Watzmannhaus_7

Hocheck, Watzmann-Mittelspitze und Watzmann-Südspitze waren angeschrieben. Die letzteren beiden schlossen wir natürlich aus, das Hocheck sagte uns zu dem Zeitpunkt noch nichts. Wir erinnerten uns daran, dass Cordula meinte, dass eine Hocheckbesteigung normalerweise mit einer Übernachtung im Watzmannhaus verbunden wird. Drei Stunden und schwarze Route war angeschrieben. Wir überlegten, schauten nochmal auf die Uhr und liefen dann los – umdrehen konnte man ja immer und wenn man so hoch sah, schaute es auch gar nicht weit aus.

BGL_Watzmannhaus_8

Anfangs ging ein Kiesweg nach oben, der noch ganz entspannt verlief, irgendwann kam eine kurze Klettereinheit dazwischen, dann ging es wieder auf Steinen weiter. Nach einer Weile wechselte der Weg dann mehr in Klettereinheiten und wir packten die Wanderstöcke dann doch weg.

BGL_Watzmannhaus_9

Bald schon wurden wir für den ersten Teil des Aufstiegs belohnt: Vor uns war ein Steinbock. Noch nie hatte ich einen Steinbock in den Bergen gesehen, daher war es umso schöner, als er plötzlich vor uns stand.

BGL_Watzmannhaus_10

Über Felsen suchten wir uns den Weg nach oben, der durch weiß-rote Symbole markiert war. Wir mussten schon genau schauen, damit wir nicht ein Zeichen übersahen. Nun kamen uns auch immer weniger Leute entgegen. Als wir ein gesichertes Stück mit Seil erreichten, war ich der Meinung, dass wir nun schon fast angekommen sein mussten. Nachdem dieser Teil geschafft war, sahen wir, dass es doch noch ein ganz schönes Stück weiterging und auch noch kein Kreuz zu sehen war.

BGL_Watzmannhaus_11

Wir kletterten weiter, kamen nun auch auf Schneefelder, was die Orientierung an den Zeichen schwieriger machte. Da wir aber nicht die ersten waren, konnten wir uns an den Fußspuren der Vorwanderer orientieren. Wir wanderten und kletterten weiter und kamen immer höher. Immer wieder vermutete ich den Gipfel zu sehen, aber der war’s dann doch nicht. Die Wanderung zog sich noch ein ganz schönes Stückchen und irgendwann war dann doch ein kleines Kreuz zu sehen.

BGL_Watzmannhaus_14

Nun sah es noch weit aus und ich wollte schon fast abbrechen, als wir aber einen Wanderer neben dem Gipfelkreuz sahen, war klar, dass nur das Kreuz so klein war. Der Weg war also nicht mehr weit. Wir kletterten über die letzten Steine und Felsen, liefen durch das letzte Schneefeld und waren dann oben. „Ah, seid ihr also doch noch gekommen!“, hörten wir eine vertraute Stimme. „Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass der Weg doch noch so weit ist“, meinte der bekannte Wanderer vom Watzmannhaus und war schon am Aufbrechen.

BGL_Watzmannhaus_13

Wir waren froh, nun am Gipfel zu stehen und blickten um uns. Beeindruckend hoch waren wir hier, als wir dann das Schild vom Hocheck sahen, wussten wir auch, wie hoch genau: 2651m. Damit hatten wir nicht gerechnet. Uns wurde bewusst, dass es doch etwas leichtsinnig war, einfach so eine längere schwarze Tour anzuhängen. Die Höhe und Kargheit flößt einem zusätzlichen Respekt ein. Genauso wie der gute Blick auf den weiteren Weg der Watzmannüberschreitung.

BGL_Watzmannhaus_12

Wir machten eine kurze Pause und stärkten uns für den Abstieg. Als wir nach oben blickten, sahen wir dunklere Wolken aufziehen, da brachen wir sofort auf.

BGL_Watzmannhaus_15

Trotzdem langsam und vorsichtig stiegen wir wieder hinab. Überraschenderweise verlief der Abstieg leichter als der Aufstieg. Damit hatte ich gerade wegen der Schneefelder nicht gerechnet.

BGL_Watzmannhaus_16

Aber das lief dann doch besser als erwartet. Nachdem die Wolken weitergezogen waren, konnten wir den Abstieg auch mehr genießen.

BGL_Watzmannhaus_17BGL_Watzmannhaus_18

Wir machten Bilder, beobachteten Paraglider und Drachenflieger und kamen so immer weiter richtung Watzmannhaus.

BGL_Watzmannhaus_19
BGL_Watzmannhaus_20

Nach insgesamt vier Stunden waren wir wieder angekommen und froh, dass uns kein Gewitter überrascht hatte und Auf- und Abstieg gut gelaufen waren.

BGL_Watzmannhaus_22

Den Abstieg vom Watzmannhaus wählten wir genauso wie den Aufstieg, da wir bei den nun doch nahenden Gewitterwolken kein Risiko eingehen wollten. Wir liefen nach unten, kamen wieder an Falzalm und Mitterkaser Alm vorbei und kurz nachdem die Stubenalm hinter uns lag, fing es an zu regnen – oder besser: zu schütten.

Das war für uns aber nicht störend, sondern eine angenehme Erfrischung. Und zu diesem Zeitpunkt war das auch ungefährlich. Glücklich darüber, dass uns der Regen beim Abstieg vom Watzmannhaus erwischt hatte und nicht auf dem Hocheck, wanderten wir dem Parkplatz entgegen. Den erreichten wir dann auch vollkommen durchnässt aber trotzdem lächelnd. Zum Glück hatten wir trockene Wechseloberteile dabei.

BGL_Watzmannhaus_21

Geplant war für diesen Tag eine entspannende Tour zum Watzmannhaus, geworden ist es dann ein kleines Abenteuer. Nachdem wir am Abend nachgelesen hatten, dass das Hocheck der erste (nördlichste) Gipfel des Watzmanns ist, waren wir zusätzlich beeindruckt. Wir haben dabei gelernt, solche Touren in Zukunft etwas besser zu planen, um auch zu wissen, worauf wir uns einlassen. Wir wissen nun aber auch, dass es genau solche spannenden Touren sind, die uns am meisten Spaß machen.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

P.S.: Den zugehörigen Bericht auf HikeSociety findet ihr hier.