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Langes Wochenende im Bayerischen Wald: Baumwipfelpfad, Hans-Eisenmann-Haus und Tierfreigelände

Montag, 21. Juli 2014

Hallo zusammen,

den dritten Tag wollten wir etwas ruhiger angehen, nachdem wir die Tage zuvor auf Lusen und Rachel gewandert waren. Von Neuschönau aus bietet es sich an, zu Fuß zum Nationalparkzentrum Lusen zu laufen und den Tag dort zu verbringen mit Baumwipfelpfad, Hans-Eisenmann-Haus und das Tierfreigelände. Wir waren etwas zu früh da und mussten noch ein bisschen warten, starteten dann aber mit dem Baumwipfelpfad.

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Mit sechs Stationen informiert der Baumwipfelpfad auf 1300 Metern über den Wald. Zwischendurch befinden sich drei Erlebnisstationen, durch die man ein bisschen Balance üben kann. Ich hätte es nicht gedacht, aber der Blick von oben ist schon ganz anders. Man sieht die Bäume schwanken, man realisiert die Höhe und hat endlich mal Nadeln, Blätter und Früchte direkt vor Augen.

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So verbrachten wir viel Zeit damit, die Infotafeln zu lesen und die Baumarten zu erraten. Fichte und Tanne anhand Nadeln und Zapfen zu unterscheiden funktioniert ganz gut, aber auch anhand der Rinde? Nicht umsonst wird die Fichte als Rottanne bezeichnet 🙂 . So hatten wir unseren Spaß auf dem Pfad und lernten auch noch dazu.

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Zum Schluss waren wir im Baumhaus. Damit kamen wir nicht nur immer höher, sondern lernten auch, dass in den verschiedenen Höhen auch unterschiedliche Tiere leben. Und das für mich schönste: Wir sahen echte Tannenzapfen! Das sind die, die man nie am Boden findet, die auf der Tanne stehen und dort auch zerfallen. Am Boden findet man für gewöhnlich nur Fichten- oder Kiefernzapfen.

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Die Aussicht von ganz oben ist bei schönem Wetter sicher traumhaft. Wir hatten aber noch immer sehr bewölkten Himmel. Trotzdem konnten wir Rachel und Lusen erkennen und fanden auch Neuschönau. Nur unsere Unterkunft versteckte sich ganz gut 😉 . Die Weite des Bayerischen Waldes war aber trotz schlechter Sicht sehr beeindruckend.

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Nach diesem Ausblick liefen wir das Baumhaus wieder hinunter und verließen den Baumwipfelpfad. Als nächstes wollten wir uns ein bisschen aufwärmen und entschieden uns, ins Hans-Eisenmann-Haus zu gehen. Dort konnten wir den Weg zum Nationalpark nachverfolgen mit all seinen Problemen und wie sich der Nationalpark entwickelte bis hin zur Zusammenarbeit mit dem tschechischen Nationalpark. Großes Thema waren hier natürlich auch der Umgang mit dem Borkenkäfer und der vor einigen Jahren entlaufene Luchs. Sehr interessant waren die vielen Tonaufnahmen, bei denen man die Meinung der Leute vor Ort mitbekam – zu allen möglichen Zeiten. Wer sich für den Nationalpark interessiert, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen, dort reinzuschauen – kostenlos. Mit einem Kaffee und Kuchen beendeten wir den Besuch und machten uns auf den Weg ins Tierfreigelände.

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Ich bin sehr unschlüssig, was ich vom Tierfreigelände halten soll, ob ich’s gut oder schlecht finde. Zumindest haben die Tiere zum Großteil sehr weitläufige Gehege und es sind nur einheimische Tiere vertreten, die sich im Bayerischen Wald auch wohlfühlen. Wir besuchte Hasel- und Auerhuhn, Biber, Marder, Elch und Braunbär, Wildschwein, Rothirsch, Fischotter und Wolf, Wisent, Luchs und Uhu. Gesehen haben wir nicht alle, aber einige, die sich beim letzten Mal versteckt hatten.

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So hatten wir dieses Mal das Glück, die Wölfe zu sehen und waren auch ganz glücklich, einen Fischotter beobachten zu können. Der hatte sichtlich Spaß dran, sich uns zu präsentieren 😉 . Der Rundweg durch das Tierfreigelände ist mit drei bis vier Stunden ausgeschrieben, in denen man auf 200 ha über einen 7 Kilometer langen Rundweg 40 Tierarten kennenlernt.

Nach dem Besuch des Tierfreigeländes machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Neuschönau. Dort wartete der letzte Abend auf uns, den wir mit leckerem Essen genossen und gemütlich zu Ende gehen ließen. Am Tag darauf folgte nur noch die Heimfahrt.

Schön war’s im Bayerischen Wald – schön ist’s immer wieder 🙂 . Von Natur umgeben und stets nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“, für mich sowieso der Inbegriff des Nationalparks Bayerischer Wald.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Langes Wochenende im Bayerischen Wald: Rachel (1453m)

Sonntag, 20. Juli 2014

Hallöchen!

Nachdem es am Tag zuvor noch recht schön war, begrüßte uns der folgende Tag mit dunklen Wolken. Wir waren unsicher, ob wir unsere Tour zum Rachel wirklich machen sollten – passend dazu hatte ich auch noch meine Regenjacke zu Hause vergessen. Wir wollten es aber trotzdem probieren und starteten in Spiegelau.

Von Spiegelau aus fährt ein Igelbus nach Gfäll, den man mit der Kurkarte kostenlos nutzen kann. Da wir auf den aber warten hätten müssen, entschieden wir uns, von Spiegelau aus zu laufen. Wir liefen zum Waldspielgelände, das wir noch von unserem letzten Besuch kannten und versuchten uns zu orientieren. Ziel war die Auerhahnstrecke, die erreichen wir über den Luchs, dazu müssen wir zuvor dem Ahornblatt folgen… Kompliziert, das alles, wir wanderten los.

Es ging flach dahin, links neben uns Wald, rechts neben uns Wald, wir auf einem breiten Forstweg – nur das Ahornblatt war irgendwann weg. Waren wir falsch gelaufen? Wir wanderten weiter… Eine Karte hatten wir leider nicht dabei und zurücklaufen wollten wir auch nicht. Nach einer Weile kamen wir wieder zu Wegweisern. Hm… Das passte so gar nicht. Als wir dann endlich wieder zu einer Karte kamen, sahen wir, dass wir schon fast wieder in Spiegelau waren und mehr im Kreis gelaufen waren, als in Richtung Rachel. Wir orientierten uns erneut und hatten nun mehr Erfolg. Nach einer Weile waren wir endlich auf dem Weg des Ahornblattes.

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Wir durchquerten das Föhraufilz und waren nun auch richtig in der Natur. Auch hier sah man wieder Zeichen des Borkenkäfers. Das Interessante war hier aber die moorige Gegend. Von einem Aussichtspunkt aus hat man einen schönen Überblick über die Landschaft, wo früher Kühe über Holzstege durchgeführt wurden. Nach diesem ungeplant längeren Ausflug durch den Nationalpark kamen wir dann nach Feistenberg und damit auf die Auerhahnroute.

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Nun war der Weg eindeutig und durch Auerhahn und Ahornblatt gut gekennzeichnet. Wir waren auf dem Weg zum Rachel! Wir wanderten durch den Wald, kreuzten den Seebach und hatten nun auch ein klein wenig Steigung dabei. So erreichten wir den Rachelsee und machten dort eine kleine Pause. Kühl war es, schon die ganze Zeit, aber zum Glück kam kein Regen. Also schnell weiter zum Rachel. Nun kam endlich etwas Steigung dazu.

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Wir wanderten über teils felsige, teils waldige Landschaft bergauf und kamen so dem Gipfel des Großen Rachel immer näher. Nicht mehr ganz so windgeschützt vom Wald war es nun noch kühler und der Wind war wirklich unangenehm. Unser Ziel war wirklich nur noch, den Gipfel zu erreichen.

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Und da waren wir dann auch endlich! Die Aussicht war vor dem Gipfel noch schöner, vom Gipfelkreuz aus sieht man nicht so viel. Wir suchten uns einen windgeschützten Ort und packten unsere Brotzeit aus. Schnell hatten wir eine Kleinigkeit gegessen und wanderten dann aber gleich wieder weiter. Mir was es immer noch kalt und mir wurde auch beim Wandern nicht so richtig warm.

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Gleich unterhalb des Großen Rachels sahen wir das bunte Waldschmidthaus. Wir hatten zwar gerade Pause gemacht, aber ein heißes Getränk und vielleicht ein Kuchen waren nun genau das Richtige. Und das war eine sehr gute Entscheidung. Nicht nur, weil’s sehr lecker war, sondern auch, weil wir uns dort wieder richtig aufwärmen konnten.

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Gestärkt und wieder warm wartete noch der Abstieg nach Gfäll auf uns. Das war nicht mehr weit und wir brauchten auch lang nicht die angegeben Zeit, um die Bushaltestelle zu erreichen. Richtig überrascht waren wir, als wir das Buszeichen sahen. Und passend in dem Moment, als wir uns dort unterstellten, fing dann auch der Regen an.

Mit dem Igelbus fuhren wir dann wieder zurück nach Spiegelau und von da aus nach Neuschönau. Auf die heiße Dusche, die dann folgte, hatte ich mich schon die ganze Wanderung lang gefreut 😉 . Bei einem leckeren Abendessen planten wir den folgenden Tag: Etwas ruhiger sollte der letzte Tag sein mit einem Besuch des Baumwipfelpfades und des Tierfreigeländes.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Langes Wochenende im Bayerischen Wald: Lusen (1373m)

Samstag, 19. Juli 2014

Hallo zusammen,

wie nutzt man lange Wochenenden am besten? Genau, man macht Urlaub an einem schönen Ort 🙂 . Deshalb sind wir über das Fronleichnam-Wochenende nach Neuschönau gefahren und haben den Nationalpark Bayerischen Wald genossen.

Gleich den Anreisetag haben wir zum Wandern genutzt, noch bevor wir zu unserer Pension gefahren sind. Vom Nationalpark kannte ich nur den Falkenstein, vom Naturpark auch den Großen Arber und den Silberberg. Für dieses Wochenende standen Lusen und Rachel im Nationalpark auf dem Programm. In Waldhäuser ging es los, um den Lusen kennenzulernen.

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In Waldhäuser mussten wir uns zuerst orientieren. Im Nationalpark sind die Wanderwege mit Tieren markiert. Wir mussten also dem Zaunkönig folgen, um dann auf dem Luchsweg zum Lusen zu kommen. Wir starteten an der Kirche in Waldhäuser und wanderten in den Wald hinein. Es ging flach dahin, bis wir zur Martinsklause kamen. Eine Infotafel erklärt dort, dass es sich um einen Stausee handelt, der früher für den Holztrift genutzt wurde.

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Wir wanderten weiter auf einem felsigen Pfad, mit dem wir nun endlich etwas höher kamen. Damit näherten wir uns dem Teufelsloch. Dabei handelt es sich um eine felsige Schlucht, die laut diesem Link sagenumwogen und unheimlich ist. Davon hatten wir nichts gemerkt. Uns fielen nur die vielen Windwürfe und erste Anzeichen des Borkenkäfers auf.

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Nun begegneten uns auch immer mehr Wanderer. Wir wanderten wieder ein Stück nach oben und kamen dann wieder auf ein Plateau. Dort wartete auch schon die nächste Überraschung: Die Glasarche, getragen von einer Holzhand.

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Die Arche steht für die Zusammenarbeit zwischen dem Nationalpark Bayerischer Wald und dem tschechischen Nationalpark Šumava. Bevor sie ihren Platz dort fand wanderte sie quer durch die beiden Nationalparks. Die Arche steht hierbei für die Waldwildnis. Aus Glas ist sie deshalb, weil das Glashandwerk in der Region einen hohen Stellenwert hat.

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Nach der Glasarche kamen wir auch schon auf den Weg, von dem aus wir das Ziel sehen konnten: Den Gipfel des Lusen. Schon von Weitem waren wir beeindruckt von dieser Felsenlandschaft, die uns dort erwartete. Wie ein riesiger Felshaufen lag der Lusen vor uns.

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Zuvor zweigten wir allerdings in den Hochwaldsteig ab, der über den Borkenkäfer und das Wachstum des Waldes informiert. Wir waren umgeben von viele toten Bäumen, aber auch von vielen jungen Bäumen und Pflanzen, Pilzen und Tieren, die von den toten Bäumen leben. Der Rundweg zeigt sehr schön, dass Totholz gleichbedeutend mit Lebensraum für zahlreiche andere Pflanzen, Pilze und Tiere ist.

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Wir waren beeindruckt von dem ganzen Totholz, das uns umgab und den jungen Pflanzen, die sich hier wieder ihren Weg suchten. Ursache ist die Monokultur der Fichte, nur dadurch konnte der Borkenkäfer so um sich greifen. Es war schön zu sehen, dass sich der Wald wieder erholt und auch wenn – oder gerade weil man hier alles so gelassen hat, wie es passiert ist, wieder natürlicher Wald entstehen wird. Natur Natur sein lassen – das beste Beispiel, dass es funktioniert.

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Nach diesem kleinen Rundweg kamen wir wieder zurück auf den Weg zum Lusen. Über zahlreiche Stufen, die Himmelsleiter, wanderten wir zum Gipfel. Und von da ist der Blick gigantisch! Man sieht sehr weit zu allen Seiten und hat ein traumhaftes Panorama. Dieses ist durch die Felslandschaft des Luses besonders und hat seinen ganz eigenen Reiz. Hier machten wir Pause und ließen die Landschaft auf uns wirken.

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Über den Winterweg verließen wir den Lusen wieder und machten uns auf den Weg zurück nach Waldhäuser. Wir kamen vorbei an einer Schutzhütte, sahen am Arche Pfad verschiedene modellierte Tiere und kamen wieder zum Parkplatz.

Eine auf ganz eigene Weise beeindruckende Wanderung lag hinter uns – ganz im Zeichen des Mottos „Natur Natur sein lassen“ und der faszinierenden Felslandschaft des Lusen. Mit diesen Bildern im Kopf fuhren wir zu unserer Pension in Neuschönau. Dort entdeckten wir einen Badeweiher, an dem wir den restlichen Nachmittag verbrachten. Und für den nächsten Tag wartete schon der Rachel 🙂 .

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Einführungswoche: Wanderung zum Falkenstein

Sonntag, 22. April 2012

Samstag, 15. April

Als ich an diesem Morgen wach wurde und das schöne Wetter sah, kam schon das erste Lächeln auf meine Lippen. Die Wettervorhersage hatte sich getäuscht, es war schön sonnig, weiß-blauer Himmel, ideal für die Wanderung zum Großen Falkenstein :-). Aber bevor es damit losging, gab es noch das letzte Frühstück für die meisten von uns und nachdem sich alle nach und nach verabschiedet hatten, saßen wir übrig gebliebenen im Gemeinschaftsraum und warteten auf unseren Bergführer.

Thomas kam auch pünktlich zur Tür herein und erklärte uns, wie der Tag ablaufen würde. Da auf dem Gipfel noch Schnee lag, packten wir auch Schneeschuhe ein und machten uns dann auf den Weg. Das Schöne an einer Wanderung mit Bergführer ist, dass er einen auf so viele Dinge aufmerksam machen kann, an denen man so nur vorbeilaufen würde.

Am Anfang wanderten wir wieder durch den Urwald und entdeckten dort wieder einen Urwaldpilz, also einen der Sorte, die den Urwald charakterisieren und in diesem Fall einer, den es deutschlandweit nur im Bayerischen Wald gibt. Am Donnerstag hatten wir schon die Zitronengelbe Tramete gesehen, an diesem Tag war es der Duftende Feuerschwamm. Thomas ließ uns alle daran riechen und jeder war überrascht, welch ein guter Rosenduft von dem unscheinbaren Pilz ausgeht.

Der nächste Halt war bei einem umgestürzten Baum. Riesig war dieser und bei genauerem Hinsehen sah man auch, dass er innen hohl war. Und dort war so viel Platz, dass sich abwechselnd einer nach dem anderen reinstellen konnte.

Das wirklich Faszinierende aber waren die wunderschönen Muster, die durch die Verrottung entstanden sind. Da hat sich die Natur als Künstler versucht und das voller Erfolg.

Als wir tiefer im Wald und damit höher am Berg waren, kamen die Höllbachfälle bzw. das Höllbachgspreng. Der Weg war durch die vielen nassen Felsen schon etwas schwerer zu gehen, aber das machte das ganze nur spannender. Und der Wasserfall war dabei der Höhepunkt. Spätestens jetzt holten auch die letzten Leute, die eine Kamera dabei hatten, diese raus und machten ein paar Fotopausen.

So spaltete sich unsere Gruppe in drei Teile auf: Der vorderste Teil waren die Leute ohne Kamera, der Teil mittlere die, die fotografierten und der letzte Teil, die, die fotografierten und etwas langsamer waren. Als wir dann bei der Brücke des Wasserfalls waren hatte sich aber eine neue Aufteilung ergeben: Die vordersten Gruppe war gleich geblieben, die mittlere bestand nur noch aus mir und einem anderen Mädchen und der Rest war die dritte Gruppe und lag ein Stückchen hinter uns. Uns störte das weniger, wir wussten ja, was das Ziel sein sollte.

Also wanderten wir weiter und kamen nun in die schneeigen Regionen. Dadurch war es gleich viel anstrengender, dafür wurde die Aussicht aber mit jedem Meter besser. Nach einer Weile kamen wir beim Kleinen Falkenstein an, dort musste man nur noch ein paar Felsen hochklettern um die zugehörige Aussicht zu genießen. Wir trafen dort zwei Wanderer, die die ganze Zeit schon vor uns gewesen waren, auch als wir noch eine ganze Gruppe waren. Sie fragten uns nach dem weiteren Weg, wir konnten aber auch nur auf die Schilder verweisen. Als sie zu uns dann aber meinten, dass wir die ersten unserer Gruppe seien, die sie sehen, waren wir verwirrt. Wo sind die, die vor uns waren? Während die beiden weitergingen, warteten wir erst eine Weile und drehten dann nochmal um. Vom hinteren Teil der Gruppe war aber weit und breit nichts zu sehen. Irgendwann entschieden wir uns dafür, zurück zum Kleinen Falkenstein zu gehen.

Dort kletterte ich den durch den Schnee etwas rutschigen Weg vorsichtig hoch, die Aussicht musste ich einfach sehen. Meine Freundin wartete unten und nachdem ich den Blick auf die Berge des Bayerischen Walds genossen hatte und wieder unten ankam, war noch immer niemand da. Also beschlossen wir weiter zum Großen Falkenstein zu wandern. Spätestens da mussten ja alle ankommen.

Nachdem der Schnee immer mehr wurde, probierten wir auch die Schneeschuhe aus. Und das war wirklich eine gute Idee. Damit fiel das Laufen gleich viel leichter und noch dazu machte es großen Spaß. Auf unserem Weg kam uns auch ein Wanderer vom Gipfel entgegen, aber auch der hatte niemanden gesehen. Wir liefen also weiter durch den Schnee und kamen nach einer Weile am Gipfel an.

Niemand war hier, wir ließen die Schneeschuhe im Schnee und gingen zum Gipfelkreuz. Die Aussicht war toll! Es war zwar etwas diesig, aber der Blick war trotzdem traumhaft.

Angekommen am Ziel beschlossen wir, dass wir jetzt hier bleiben würden, bis jemand anderes kommen würde. Wir nutzten die ruhige Zeit, als wir noch zu zweit waren, zum Fotos machen und begannen dann mit unserer Brotzeit. Nach einer knappen halben Stunde hörten wir dann Stimmen und als wir uns umdrehten, sahen wir den sehr erleichterten Thomas und den kompletten Rest der Gruppe.

Die vorderste Gruppe war falsch abgebogen, hatte die Umleitung übersehen, als sie das bemerkt hatten (allein beim Blick auf den „normalen“ Weg hatte man schon umgestürzte Bäume gesehen, als wir dort vorbeigewandert waren), sind sie wieder zurückgelaufen und dann auf die anderen gestoßen. Bei einer kleinen Pause ist ihnen dann aufgefallen, dass zwei Leute fehlten. Das waren wir ;-). Zum Glück gibt’s aber nur einen Gipfel des Großen Falkensteins im Bayerischen Wald und so hatten wir wieder zueinander gefunden und wir hatten alles richtig gemacht. Nach einer ausgiebigen Pause liefen wir wieder los und machten uns auf den Heimweg.

Dabei kamen wir durch „toten“ Wald. Hier war viel durch den Borkenkäfer zerstört worden und da hier auch dagegen angekämpft werden musste, waren nur noch Reste der Bäume da. Das Holz durfte im Nationalpark liegen gelassen werden, auch wenn viele das nicht verstehen konnten, schließlich wäre der Rohstoff wertvoll. Aber die Biomasse hilft, um dem Ziel eines Urwalds und unberührter Natur wenigstens etwas näher zu kommen.

Wir wanderten eine ganze Weile durch Schnee und „toten“ Wald und kamen dann zu einer lichten Stelle, den Ruckowitzschachten. Dabei handelt es sich um ehemalige Weideflächen. Thomas erklärte uns, dass der Name von „Ruckawies“ kommt, dem „Bergrücken“. Man überlegt auch, hier wieder Kühe zum Weiden hochzutreiben, was vielleicht schon bald passieren wird.

Nach diesem letzten Stopp wanderten wir noch etwa eine Stunde zurück ins Wildniscamp. Dort räumten wir die Schneeschuhe auf und waren glücklich, dass das Wetter trotz schlechter Vorhersage so gut war. Es war eine sehr gelungene Abschlusswanderung. Und dann ging’s auch schon wieder nach Hause.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂

Einführungswoche: Öffentlichkeitsarbeit

Donnerstag, 19. April 2012

Freitag, 13. April

Die Vögel zwitscherten wieder ein wunderschönes Konzert, trotzdem schlief ich an diesem Morgen etwas länger. Vor dem Frühstück hatte ich aber trotzdem noch etwas Zeit und streifte durch die Gegend und genoss die Natur. Dieser war der einzige Tag, an dem wir nicht draußen waren, sondern hauptsächlich drinnen. Tags zuvor waren wir in der Wildnis, das sollten wir nun verarbeiten. Thema war Öffentlichkeitsarbeit.

Öffentlichkeitsarbeit

Zuerst gab es einen Vortrag von einem Redakteur der Passauer Neuen Presse. Er erklärte, worauf es bei Artikeln ankommt, auf was man achten sollte und erwähnte auch einige allgemeine Dinge zum Journalismus. Das sollte uns für die anstehende Gruppenarbeit helfen, auch wenn manche seiner Vorschläge bei einem Großteil nicht ganz so gut ankamen.
Nun wurden wir wieder in die Gruppen vom Vortag aufgeteilt. Unsere Wildnisgruppe wurde von einer weiteren Redakteurin der PNP betreut, die beiden anderen vom selben Redakteur, der auch den Vortrag gehalten hatte. Aufgabe war es nun mithilfe verschiedener Medien das Thema vom Vortag aufzugreifen und zu verarbeiten. Wir teilten uns intern wieder in drei Gruppen und entwickelten einen Zeitungsartikel, ein Video und einen Flyer. Bei letzterem war ich mit dabei.
Wir hatten nicht allzu viel Zeit, kamen aber ganz gut voran. Wir entwarfen einen Flyer zu einer Dämmerungswanderung mit der Hauptzielgruppe Familien mit Kindern. Das Außergewöhnliche an dem Flyer war, dass die Eltern ihn nach dem Lesen den Kindern geben können und der Flyer zusätzlich ein Faltspiel ist. Wir überlegten uns ein Design, schmiedeten am Text und rätselten, welche Tages- und Nachtbilder wir für das Faltspiel verwenden. Zwischendurch gab’s Mittagessen, danach hatten wir noch eine Stunde Zeit, die wir auch noch gut ausnutzten. Und schließlich war der Flyer fertig.
Nun präsentierten alle Gruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit. Wir sahen das Video, das zwei Jugendliche in die Wildnis führte, wir hörten den Zeitungsartikel, der von der Wildnis berichtete, wir sahen weitere Flyer und Broschüren zum Thema Wildniscamp und Spielen und präsentierten unseren Flyer, der sehr gut ankam. Es waren wirklich gute Ideen dabei und es war interessant zu sehen, was man in so kurzer Zeit schaffen kann.

Abschlussabend mit Glasbläservorführung

Nach der Präsentation unserer Ergebnisse, bekamen wir Evaluationsbögen, um die Woche zu beurteilen und dann gab’s im Gemeinschaftsraum noch eine Abschlussbesprechung. Alle waren sich einig, dass es eine sehr gelungene Woche war, nur zur Öffentlichkeitsarbeit gab’s einige Diskussionen und Überlegungen, ob man da nicht was ändern sollte.
Nachdem alles besprochen war, machten wir uns fertig und fuhren dann mit dem Bus nach Frauenau zur Glas-Manufaktur „Baron von Poschinger„. Dort erwarteten uns in der historischen Glas-Manufaktur festlich gedeckte Tische, unser Koch und der Baron. Nach einer Begrüßungsrede von Lukas und dem Baron gab es das Abendessen: Schweinebraten mit Knödeln oder Rahmschwammerl mit Knödeln oder Reiberdatschi (Kartoffelpuffer) mit Sauerkraut. Nach diesem Festmahl gab es eine Führung durch die Manufaktur, wir lernten einige Dinge zur Glasbläserkunst und dann wurde auch Glas geblasen und Glasfiguren geformt – nicht nur vom Glasbläser, sondern auch von uns. Das ging den ganzen Abend so, dazu gab’s dann noch ein Nachspeisenbuffet (Obstsalat, Mousse au Chocolat und Bayerisch Creme) und natürlich Bärwurzschnaps.

Mit diesem Festabend wurde auch das Seminar offiziell beendet. Wir fuhren dann zurück ins Wildniscamp und viele hatten nun ihre letzte Nacht dort. Der nächste Tag war fakultativ und wir waren nur vierzehn Leute, die noch länger blieben.

Liebe Grüße,
Sabine 🙂